Predigten

    Heidrun Moser
geschrieben von On 06. Mai 2017 In Predigten 0 Comment

Predigt zu Matthäus 7,24 - 29 an der Konfirmation 2017

Text: Matthäus 7,24 - 29

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,

aus dem Sandkastenalter seid ihr heraus, endgültig! Und ihr wisst schon ganz genau, dass die Tage einer Sandburg gezählt sind. Sie hat keinen langen Bestand. Ein rechter Windzug reicht, dass die Türmchen fallen und wenn die Flut kommt, dann ist die ganze Burg dem Erdboden gleich. Insofern erzählt Euch Jesus hier mit seinem Gleichnis nichts Neues. Ein Haus, das der Bauherr auf sandigen Untergrund baut, das kann er vergessen. Ein rechter Gewitterregen und der Sturmwind dabei reicht, um es zu Fall zu bringen. Ein Haus, das halten soll, braucht hierzulande ein gutes Fundament, am besten einen Keller, in die Erde hineingegraben und dann ausgeschalt und zementiert, ein gutes Fundament für ein Haus.

Die Ritter im Mittelalter wussten das schon, dass man eine Burg am besten und am haltbarsten auf einen Felsen baut und sie im Gestein des Felsens verankert. Die Küssaburg trotzt mit ihren Grundmauern immer noch jedem Wetter. Wie viele Erdbeben sie wohl schon überstanden hat? Unsere Enkel werden sie vermutlich noch bewundern.

Jesus erzählt uns in seinem Gleichnis von zwei Häusern. Eins wird auf Sand gebaut und eins auf den Fels. Natürlich erzählt er uns nicht wirklich vom Häuserbauen. Darum geht es ihm nicht. Er erzählt uns davon, wie ein Mensch sein Leben baut.

Am besten ist es, wenn man sich das schon in seiner Jugend überlegt, im Konfirmandenunterricht zum Beispiel, worauf man sein Leben bauen möchte und was das Fundament sein soll. Und was mich denn möglicherweise bis zu meinem letzten Tag tragen kann.

Jesus hat da ganz klare Vorstellungen und er verschweigt nicht, welches Fundament trägt und welches nicht. Er sagt hier: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der ist wie der kluge Mann in der Geschichte, der sein Haus auf den Fels baute.“ Jesu Worte selbst, sind ein fester Baugrund für ein Leben. Und was hat Jesus gesagt in seiner Rede? Was sollen die Klugen denn tun?

Zuerst einmal sollen sie sich von ihm selbst etwas sagen lassen, was sie komplett verändert: Selig seid ihr, die ihr wisst, dass ihr Gott braucht! Ja, euch fehlt eigentlich schon gar nichts mehr, denn ihr sollt in seiner Gegenwart leben dürfen. Donnerwetter! Die, die zugeben können, dass ihnen  ohne Gott etwas fehlt, die nennt Jesus klug und glücklich oder sogar selig! Ja und die sind es, die in ihrem Leben auf Gewalt ganz und gar verzichten werden, weil die Liebe zu Gott und den Menschen ihr Ding ist. Und in der Liebe hat Gewalt keinen Platz. Das versteht sich von selbst. Die in solcher Weise klug sind, die werden mit andern barmherzig sein, werden also ein Herz für den Mitmenschen haben, ganz gleich welcher Hautfarbe, Rasse oder Nation er ist. Die werden zum Frieden in der Welt beitragen und werden sich nicht schonen dabei. Ein Spaziergang ist der Weg von Jesus nicht. Das hat er auch nie behauptet. Vielmehr kann es dabei passieren, dass man Spott und üble Nachrede oder noch Schlimmeres ertragen muss, manchmal gar Verfolgung. Zum Weg von Jesus gehört sogar, dass wir auch unsere Feinde wie Menschen behandeln und sie achten. Liebet eure Feinde, sagt Jesus! Gebt einander keine bösen Worte, aber sprecht klar miteinander und versteckt eure Meinung nicht. Und redet nicht schlecht übereinander, auch nicht im Netz. Mobbing kann nicht Sache von Christen sein. Ihr wisst doch, man verurteilt immer die eigenen Fehler am andern Menschen. Lasst das sein. Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Verbringt euer Leben auch nicht tagein- tagaus in Sorge. Dafür ist es zu schade und ihr habt Besseres zu tun. Gott sorgt für euch. Ihr könnt es bleiben lassen. Eure Aufgabe ist es, dass ihr davon erzählt, was Gott euch in eurem Leben Gutes getan hat. So kann das Reich Gottes wachsen auch im Leben anderer Menschen. Was ihr zum Leben braucht, wird Gott euch geben. Bittet ihn darum und ihr werdet es empfangen. Er ist doch euer Vater, der euch liebt. Wie sollte er es euch nicht geben?

Der neue Weg von Jesus, so sieht er aus – und wer sein Leben so einrichtet, der baut das Haus seines Lebens auf Fels, ungelogen.

Nun könntet ihr freilich sagen: Wer so lebt, der ist garantiert ein Loser. Wer seine Feinde liebt, kommt todsicher unter die Räder und wer immer nur den andern hilft, kommt selber gar nicht mehr zu seinem Recht.

Zugegeben, das könnte man jetzt denken. Aber es ist nicht so. Die Liebe verhebt! ( hält Stand) Die Liebe Gottes zu uns verhebt und die Liebe, die wir ausgeteilt haben im Leben, die verhebt auch. Sie macht das Haus unseres Lebens fest. Ausgeteilte Liebe kommt oft zu uns zurück. Jesus sagt: Wenn es dann einmal dick kommt in eurem Leben, wenn der Sturm tobt und wenn ihr dann denkt: Jetzt ist alles aus, dann werdet ihr erfahren, dass ihr euer Leben auf den Felsen gebaut habt, der Christus heißt und der lässt euch nicht im Stich. Der lässt euch Hilfe erwachsen, wo ihr schon nicht mehr denkt, dass sie noch käme. Der macht im Notfall euren Rücken stark und eure Seele so widerstandsfähig, dass ihr den Stürmen trotzen könnt. Leben mit Jesus und Leben nach seinem Wort hat den nötigen Tiefgang, hat ein festes Fundament im Fels!

Es kommt darauf an, dass wir immer wieder hören, was Jesus sagt, dass wir ihm vertrauen und sein Wort in die Tat umsetzen. Deshalb ist es für uns Christen so wichtig, dass wir die Bibel griffbereit haben und täglich darin lesen. Jesu Wort will gelesen, ins Herz genommen und getan werden. Jedes Haus braucht Pflege, auch das auf dem Fels. Sich täglich mit dem Wort Jesu zu beschäftigen ist solche Haus- und Pflegearbeit.

Das Abendmahl regelmäßig mitzufeiern gehört auch zur Hausarbeit eines Christen. Jesus sagt uns nicht umsonst, dass wir das tun sollen, um an ihn zu denken. Wer es tut, begegnet Jesus selbst. Und dort an seinem Tisch teilt er uns die Kraft aus, die wir brauchen für das, was vor uns liegt. Jede und jeder von uns bekommt das Maß an Kraft, das er oder sie gerade nötig hat. Wir brauchen die Begegnung mit unserem Herrn, an seinem Tisch. Schätzt das Abendmahl nicht gering. Es ist Brot zum Leben. Wer mit Jesus lebt, der hat das Haus seines Lebens auf den Eckstein Jesus Christus gebaut. Der hält allem Stand, was das Leben ihm bringen wird und geht nicht in die Irre, auch wenn andere vielleicht über ihn denken, dass er es nicht weit gebracht habe im Leben. Ein Leben voller Liebe ist mehr als ein Leben voller Luxus und ein reich gefülltes Bankkonto.

Weil Jesus uns auch die andere Variante von Leben vor Augen stellt, will ich sie nicht verschweigen, obwohl wir alle sicher nicht dem törichten Häuslebauer gleichen wollen. Jesus erzählt von einem Mann, der sein Wort hört und dann doch nicht tut. Der ist wie ein Häuslesbauer, der sein Haus auf sandigen Untergrund baut, ohne ein rechtes Fundament. Der muss damit rechnen, dass das Haus seines Lebens einstürzt wie eine Sandburg, über die die Meereswellen hingehen, wenn es dick kommt. Es hält nicht Stand. Es ist so viel wert wie Sand. Jesus nennt es töricht, wenn ein Mensch sein Wort hört und es dann nicht tut. Viele seiner Zuhörer sind entsetzt. Sie haben zugehört und finden die Worte von Jesus hammerhart. Das mit der Feindesliebe mindestens. Wer kann so leben? Wer bringt das fertig?

Menschen, in denen die Liebe Jesu wohnt, denen traut Jesus das zu. Aber sie sind dabei ganz und gar auf ihn angewiesen.

Jesus traut sich, uns das zu sagen, dass wir ganz und gar auf Gott angewiesen sind und bleiben und eigentlich immerzu nur bitten können: Herr, schaffe in mir ein reines Herz, das dir folgen kann und will! Denn wo du nicht das Haus baust, arbeiten die Arbeiter umsonst! Aus unserer eigenen Kraft können wir Gottes Willen nicht tun.

Ja, Jesus nimmt kein Blatt vor den Mund und benennt unser ganzes menschliches Elend, indem er von dem törichten Mann erzählt. Nicht wahr, wir sind doch nicht immerzu die Leute, die Jesu Wort hören und dann auch tun. Manchmal da gleichen wir wirklich eher dem Mann, der Jesu Wort gehört hat und denkt: Nee, das ist mir jetzt zu viel. Ich mag auch mal zurückschlagen. Ich will nicht die andere Backe hinhalten. Wie du mir, so ich dir! Das ist mir grade viel näher. Ich will nicht verzichten auf Ansehen und meine eigene Durchsetzungskraft und Stärke in der Welt, sonst machen die andern mit mir, was sie wollen. Merkt ihr, wie gefährlich die Regeln der Welt für unseren Gehorsam Jesus gegenüber sind? Sie sind dazu geeignet, dass wir vom Fels auf den Sand umziehen. Vermutlich passiert uns das öfters als Christen. Jeden Tag wieder in vielen Einzelsituationen gilt es, am Wort Jesu dranzubleiben und stehenzubleiben auf dem festen Grund seines Wortes und sich zu fragen: Warum tust Du das, was du jetzt tust? Tust du es aus Liebe oder um dich selber groß rauszubringen, Geltung zu erlangen oder gelobt zu werden? 

Was würde Jesus jetzt tun? Die Frage hilft mir weiter.

Selig sind die, die ein reines Herz haben. Die werden Gott schauen!

Die bauen das Haus ihres Lebens auf festen Grund.

An Christus dranbleiben, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, darum geht es in einem Christenleben. Immer wieder sein Wort hören oder lesen und dann auch danach handeln, sich daran messen und sich kritisch hinterfragen lassen und nicht zu stolz sein, immer wieder auch umzukehren von den Sandwegen auf den Felsenweg, Christus, der trägt.

Am Ende wollen wir nicht Sand sein, der im Wind verweht, sondern  lebendige Steine, die Christus einfügen kann in seinen großen Bau des Reiches Gottes. Ich traue Christus zu, dass er uns dahin bringt, dass wir solche Steine werden, auch wenn wir vieles in den Sand setzen in unserem Leben. Er kriegt das hin, dass wir ihn nicht nur hören, sondern auch tun, was er sagt. Aber auf ihn sehen, auf ihn hören, das ist wichtig! - Vergesst nur nicht, auf ihn zu hören!    

AMEN

Gelesen 701 mal Letzte Änderung am Samstag, 06 Mai 2017 16:37
  Heidrun Moser

Heidrun Moser ist Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl und evangelische Polizeiseelsorgerin für den Landkreis Waldshut.

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