Aktuelles

Heidrun Moser

Heidrun Moser

Heidrun Moser ist Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl.

Fast vier Jahre lang konnte die Evangelische Kirchengemeinde Görwihl— Herrischried nicht bleibend besetzt werden. Auch die Lösung einer Besetzung durch zwei Theologinnen in Stellenteilung, Natalie Wiesner und Heidrun Moser war nur von kurzer Dauer. Pfarrer Eberhard Günther hat sich jetzt bald dreieinhalb Jahre als Vakanz-vertreter für die Gemeinde auf dem Wald eingesetzt.

Der Bezirkskirchenrat Hochrhein hat darum eine weitreichende Lösung beschlossen. Die Evangelische Kirchengemeinde Görwihl—Herrischried wird getrennt. Herrischried und seine Ortsteile werden mit der Evangelischen Kirchengemeinde Murg— Rickenbach fusionieren, Görwihl und seine Ortsteile mit der Evangelischen Kirchengemeinde Albbruck. Für uns Albbrucker heißt das, dass wir evangelische Verstärkung bekommen. 522 Gemeindeglieder mehr gehören dann zu uns. Albbruck hat dann ca. 1750 Gemeindeglieder und wird wieder eine ganze Pfarrstelle. Görwihl bleibt Predigtstelle. Der Konfirmandenunterricht wird für alle in Albbruck stattfinden. Das Pfarramt wird ab September 2013 für alle in Albbruck sein. Solange der Mietvertrag für die Räume im Albert-Schweitzer-Haus in Görwihl läuft, wird in Görwihl das Sekretariat geöffnet bleiben. Schon ab September 2012 wird die neue Regelung in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt werden auch die Kirchenältesten aus Görwihl und Albbruck gemeinsam tagen. Kirche muss immer wieder neue Formen des miteinander Kirche seins ausprobieren und leben. Das beständigste auf der Welt ist der Wandel, sagt man. Und doch wissen wir als Christen, dass es etwas sehr viel Beständigeres gibt, als den Wandel. Der Apostel Paulus bezeugt uns, dass die Kirche auf sicherem Grund steht, der niemals bröckelt. Er schreibt:

Einen andern Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus! 1.Kor. 3,11

In diesem Vertrauen wollen wir gemeinsam Kirche bauen, oben auf dem Wald und unten am Rhein.

Sonntag, 25 September 2011 20:15

Bittgebet für die Papierfabrik am 22.09.2011

Bittgebet für den 22.09.11 Papierfabrik bedroht

 

Die Glocken der beiden großen christlichen Kirchen läuten von 18.55 Uhr bis 19.00 Uhr gemeinsam. Eine Glocke der kath. Kirche wurde einst  von der Papierfabrik gestiftet.

 

 

Begrüßung: Wir heißen Sie herzlich willkommen in unserer Evangelischen Kirche, wir -  das sind Frau Dekanin Christiane Vogel als Vertreterin des Evang. Kirchenbezirkes Hochrhein, Herr Diakon Harald Gräf und ich als Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde Albbruck. Die Glocken der katholischen Kirche und die der evangelischen Kirche haben zusammen geläutet, um die Menschen unserer Gemeinde herbeizurufen. Eine der Glocken der katholischen Kirche ist einst von der Papierfabrik gestiftet worden. Wir haben zum Bittgebet eingeladen. Sie sind gekommen. Wir wollen beten, denn morgen gibt es einen Runden Tisch zur Zukunft unserer Papierfabrik. Wir bangen gemeinsam, aber wir hoffen auch gemeinsam. Und wir wollen unsere Sorgen und Ängste heute vor Gott tragen und sein Wort hören. Wir wollen beten für gute Gespräche morgen an diesem runden Tisch.

 

Votum: Alles, was jetzt geschieht, es geschehe im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!  AMEN

 

Wir zünden ein Licht der Hoffnung an!

Die Sache ins Gebet nehmen

1. Wir denken jetzt an alle, deren Arbeitsplätze bedroht sind, an die, die älter als 50 Jahre sind und Angst haben müssen, dass niemand sie mehr einstellen könnte. Kyrie

2. Wir denken an die jungen Familien, die ein Haus gebaut haben, die Kinder aufziehen und sich hier zuhause fühlen. Kyrie

3. Wir denken an die Familien, aus denen mehrere Mitglieder in der Papierfabrik arbeiten .Kyrie

1 .Wir denken an die Jugendlichen, die mitten in einer Lehre sind und an die, die im September mit ihrer Lehre beginnen sollten. Kyrie

2. Wir denken an die Holzbauern auf dem Wald und alle Zulieferbetriebe, an die Handwerksbetriebe, an die Menschen, die in den Speditionen für die Papierfabrik fahren und arbeiten. Kyrie

3. Wir denken an unser Dorf, das mit der Fabrik zusammen ein Organismus ist. Kyrie

1. Wir denken an unseren Bürgermeister und die Gemeinderäte und an alle, die sich jetzt  um das Wohl unsere Gemeinde mühen. Kyrie

 

Lied: 366,1+2+5

 

Gebet

 

Herr,

du weißt alle Dinge. Du weißt die Not, die viele Menschen in unserer Gemeinde bedroht.

Wir brauchen unsere Arbeitsplätze.

Wir brauchen Brot und Wohnung und Lebensmöglichkeiten für Männer, Frauen und Kinder.

Wohin sollen so viele Menschen gehen, wenn hier keine Arbeit mehr ist?

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Kyrie gesungen: 178.12

LESUNG. PSALM 121

STILLE

Eine Geschichte von Gottes Eingreifen in schwerer Zeit: Das Buch Ruth

Liebe Gemeinde,

eine Geschichte von Gottes Eingreifen in schwerer Zeit möchte ich heute erzählen, weil es eine Hoffnungsgeschichte ist und zwar eine ganz  normale Geschichte, die wenig Spektakuläres enthält, einfach so aus dem normalen Leben gegriffen, aber doch eine Geschichte, in der Gottes Dabeisein, sein Wirken sichtbar wird und das, was unsere Vorväter so genannt haben: Gott sitzt im Regiment. Er regiert. Und das tut er manchmal ganz verborgen und still und fast unbemerkt.

Die Frau, von der ich erzählen will, heißt Noomi. Mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen muss sie wegen einer Hungersnot ihre Heimat Bethlehem verlassen. Als Ausländer wohnen  sie im Land Moab. Dort gibt es noch genug zu essen, aber Noomis Mann  wird krank und stirbt. Allein muss Noomi ihre beiden Söhne groß ziehen. Es gelingt ihr und  beide finden Frauen in dem fremden Land. 10 Jahre vergehen, da rafft eine Krankheit beide Söhne weg. Noomi beschließt, wieder heimzugehen, nach Bethlehem. Den beiden jungen Frauen rät sie, daheim zu bleiben und noch einmal zu heiraten. Doch die eine, Ruth, will ihre Schwiegermutter nicht alleine lassen. Sie geht mit ihr. Als die beiden in Bethlehem ankommen, erkennen die Menschen Noomi wieder und rufen sie beim Namen. Noomi aber sagt: Nennt mich nicht Noomi, sondern nennt mich Mara, die Bittere; denn der Allmächtige hat mir viel Bitteres angetan. Voll zog ich aus, aber leer hat mich der Herr wieder heimgebracht.(Ruth 1,21)

Noomi meint, dass ihr Leben zu Ende ist, dass nichts mehr geht, dass alles einfach zerstört ist. Die beiden Frauen sind ohne einen Mann, der für sie sorgen könnte. Alles, was sie noch haben ist ein Feld von Noomis verstorbenem Mann. Was sie jetzt brauchen ist ein Löser, ein naher Verwandter, der den Besitz von Noomis Mann und dessen Söhnen kauft, die junge Witwe, Ruth, zur Frau nimmt und dem Toten zu Kindern verhilft, damit sein Name in Israel nicht ausstirbt. Aber wie soll das geschehen? Wie sollen die Frauen diesen Löser finden?

Manchmal fragen wir uns im Leben, wie es weitergehen soll. Ob es überhaupt noch weitergehen kann! Und dann kommt es darauf an, dass wir an die richtigen Menschen geraten, die uns begleiten und die die Macht haben, etwas zu ändern und dass wir selbst beherzt das Richtige tun und nicht den Kopf in den Sand stecken und alles verloren geben. Noomi , die schon die Bittere genannt werden wollte, sie darf erfahren, dass Gott noch etwas mit ihr vorhat.

Gott sitzt im Regiment und will das der Noomi auch zeigen.

Und das geschieht so ganz einfach im Alltag, so als wäre es ganz selbstverständlich.

Ruth geht in der Erntezeit auf dem Feld Ährenlesen. Das war das gute Recht der Armen, dass sie die Ähren, die abfielen, einsammeln durften, um sich davon zu ernähren. Ruth gerät auf das Feld des Boas, des Mannes, der als Löser für sie und Noomi in Frage kommt. Das weiß Ruth aber nicht. Boas behandelt sie bevorzugt, befiehlt seinen Knechten, sie ja nicht anzurühren und gibt ihr eine extra Portion Körner mit nach Hause für Noomi.

Ob das Zufall war? Ich glaube kaum. Gott sitzt im Regiment!

Als Ruth der Noomi von Boas erzählt, begreift die alte Frau, dass Boas Ruth schon liebgewonnen hat und nun nimmt die alte Frau all ihre Beherztheit zusammen und rät der jungen, sich schön zu machen und sich in der Nacht des Erntefestes, wenn Boas bei seinem Korn übernachten würde, zu seinen Füßen hinzulegen. Ruth tut, was die alte Frau sie tun heißt. Boas verspricht Ruth in dieser Nacht, dass er sie heiraten werde, wenn der noch näher verwandte Löser ablehnen werde für die beiden Frauen zu sorgen. Am andern Morgen dann klärt Boas mit den Männern im Dorf ganz rechtsverbindlich, dass er das Erbe von Noomis und Ruths Mann lösen und Ruth zur Frau nehmen werde.

Gott sitzt im Regiment! Noomi muss nun im Alter nicht hungern und Ruth bekommt noch einmal einen Mann , mit dem sie das Leben teilen kann und durch den ihr Lebensunterhalt gesichert ist.

Übers Jahr bringt Ruth einen Sohn zur Welt. Er bekommt den Namen Obed. Noomi ist stolze Großmutter. Sie hat wieder eine richtige Familie. Im richtigen Moment hat sie das  Entscheidende erkannt und getan und hat der jungen Frau das Richtige geraten. Im richtigen Moment hat sie Gottes Fingerzeig gespürt und ist ihm gefolgt.

Ich wünsche uns auch, dass wir geistesgegenwärtig den rechten Zeitpunkt für das rechte Tun erkennen und ihn ergreifen. Ich wünsche uns im richtigen Moment die Beherztheit, die es braucht, um weiter zu kommen, damit wir im Rückblick dann auch einmal sagen dürfen: Gott sitzt im Regiment und hat es gut mit uns gemacht.  AMEN

 

Die Situation beschreiben:

 

Morgen treffen sich im Rathaus mit unserem Bürgermeister  Vertreter des UPM-Konzerns, des Betriebsrates der Papierfabrik und Vertreter der Gewerkschaft, sowie  der Landrat, die Abgeordneten des Wahlkreises,  sowie der  Regierungsvizepräsident, der Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg und der Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer. Alle gemeinsam wollen versuchen, eine Lösung und einen Weg in die Zukunft zu bahnen. Dass das gelingt, dafür wollen wir mit unseren Gebeten vor Gott treten und ihn um seine Hilfe bitten.

 

Fürbitten

Herr,

wir sind froh, dass Du zu uns stehst, egal, was kommt. Dafür danken wir Dir. Aber wir geben zu: Es ist uns Angst um unsere Zukunft. Noch weiß niemand, ob der Standort Albbruck erhalten bleiben wird.

1. Wir bitten dich für alle, die morgen am runden Tisch sitzen werden: Gib ihnen offene Ohren füreinander!

Alle: Herr, erbarme dich!

2. Wir bitten dich: Lass alle ehrlich zueinander sein, einander nichts vormachen, einander nicht nur hinhalten.

Alle: Herr, erbarme dich!

3. Lass sie sich nicht auf Gesetze und Vorschriften berufen, oder darauf, dass sie nicht befugt seien zu entscheiden, sondern lass alle gemeinsam Verantwortung übernehmen und tragen.

Alle: Herr, erbarme dich!

4. Lass alle miteinander auf das Wohl der Beschäftigten bedacht sein.

Alle: Herr, erbarme dich!

5. Dass nicht die Gewinnmaximierung das oberste Ziel sei, sondern das Leben derer, die hier arbeiten, das bitten wir dich!

Alle: Herr, erbarme dich!

6. Wir beten darum, Herr, dass du allen am Gespräch Beteiligten Phantasie schenkst, damit sie weiterführende und gute Lösungen finden. Und gib allen den Willen, dass sie solche finden wollen!

Alle: Herr, erbarme dich!

7. Gott, wir bitten dich um deinen Heiligen Geist  für die Menschen am Runden Tisch, der ein Geist der Liebe ist, des einander Verstehens und Annehmens, ein Geist des Trostes und der Wahrheit, ein Geist der Verwirrtes zurecht bringt und alles ins rechte Licht rückt, ein Geist, der auch das Undenkbare denken hilft und neue Wege zeigen kann. Um diesen guten Geist flehen wir zu Dir für alle, die morgen am runden Tisch sitzen werden.

Alle: Herr, erbarme dich!

Jetzt möge jeder und jede seine eigenen  Anliegen in der Stille vor Gott tragen!

 

STILLE

 

 

Wir fassen einander an den Händen und beten gemeinsam das Gebet Jesu, das Gebet der Hoffnung!

 

 

Vater unser….

 

 

Lied: 171,1-4

Segen

 

Lied: Jesus Christus ist der Sieger

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und von unserem Herrn, Jesus Christus. Amen

 

Liebe Gemeinde,

 

jetzt kennt Ihr Erwachsenen erst die halbe Geschichte Gottes mit Jona. Da saß der Jona nun am Strand, dort hingespuckt von dem großen Fisch, den Gott ihm zur Rettung geschickt hat. Aber die Geschichte geht natürlich noch weiter! Und ich will euch erzählen, wie es ausgegangen ist mit Jona!

Kaum hatte der Jona wieder Luft zum Atmen, da sagte Gott noch einmal zu ihm: „ Jona! Steh auf! Geh nach Ninive!“ Und Jona gehorchte. Riesengroß war die Stadt! Drei ganze Tage dauerte es, wenn man von einem Ende zum anderen gehen wollte. Jona wagte sich hinein. Er dachte, wenn Gott mich aus einem Sturm retten kann, dann kann er mich auch heil durch diese Stadt bringen! Aber was sah er nicht alles in dieser gottlosen Stadt! Die Menschen überfielen die Schwächeren und raubten sie aus. Sie schlugen aufeinander ein. Es gab Tote und Verletzte. Keinen kümmerte das. Jona packte die Wut, als er das alles sah. Und plötzlich wusste Jona, was er diesen Menschen von Gott sagen sollte. Er stellte sich auf den Marktplatz und rief laut:“ So spricht der Herr: Es sind noch 40 Tage, dann wird Ninive untergehen!“ Da horchten die Menschen auf. Sie blieben stehen. Sie wurden blass. Sie schauten einander entsetzt an. Immer mehr Menschen kamen und hörten, was der Jona rief. Erschrocken fragten sie: „Was sollen wir jetzt machen? Wir haben Gott beleidigt. Wir wollen zu ihm beten und uns ändern!“ So riefen sie durcheinander. Als das der König in seinem Palast hörte, nahm er seine Krone ab und zog seinen Königsmantel aus. Ein Trauerkleid zog er an und befahl: Lasst euer Streiten, Schlagen, Stehlen und Morden! Betet zu Gott! Vielleicht verzeiht er uns noch." Und alle Menschen in Ninive beteten zu Gott, die Männer, die Frauen und die Kinder. Und sie baten Gott: Herr, vergib uns! Und sie hörten auf mit Stehlen und Morden und Lügen. Als Gott das sah, da tat es ihm leid um die Menschen in Ninive, und er beschloss: Ich will die Stadt nicht zerstören.

Jona aber baute sich draußen vor der Stadt eine Hütte. Dort setzte er sich hin und wartete darauf, dass Gott die Stadt zerstören würde. Endlich sollten die Menschen ihre gerechte Strafe bekommen. Aber es geschah nichts. Nicht am 40. Tag und auch nicht am 41. Tag. Ninive stand immer noch da stolz und prächtig wie eh und je.

Da packte den Jona der Zorn und er fing an mit Gott zu streiten und sagte: Siehst Du Gott, das habe ich mir gleich gedacht, als ich noch daheim war. Darum wollte ich auch gar nicht nach Ninive gehen. Ich wusste doch, dass du gnädig, barmherzig und geduldig bist und dass du Menschen immer retten willst. Aber mich macht es zornig, dass Du mich predigen schickst, in 40 Tagen soll eure Stadt untergehen und dann lässt du sie stehen! Jona ist so ärgerlich, dass er am liebsten tot sein will.

Plötzlich sah Jona eine Pflanze, die sich an seiner Hütte hochrankte. Ihre Blätter reichten schon über das Dach und gaben Jona Schatten. Jona staunte. Er hatte gar nicht gemerkt, wie sie gewachsen war. Jona freute sich an der großen Pflanze. Aber ganz früh am nächsten Morgen schickte Gott ein kleines giftiges Würmchen, das stach die Pflanze und bis Jona aufwachte, waren alle Blätter welk. Da war Jona wieder so ärgerlich, dass er am liebsten tot sein wollte.

Gott fragte den Jona: Meinst Du, dass Du zu recht so ärgerlich bist wegen der Pflanze, die du nicht gesät und nicht begossen hast? Dir ist es leid um die Pflanze, weil sie verdorrt ist? Aber um die Menschen in Ninive ist es dir nicht leid? Kannst Du etwa ruhig zusehen, wie sie sterben? Ich kann das nicht. Ich habe sie geschaffen, jede und jeden von ihnen.

Da hört die Geschichte von Jona auf und der Erzähler lässt uns allein. Den Schluss sollen wir uns selber ausdenken. Wie wird der Jona wohl reagiert haben auf das, was Gott ihm da gesagt hat?

Ist er ärgerlich geblieben über die Güte Gottes? Oder hat er vielleicht bei sich gedacht, wie geduldig ist doch Gott mit seinen Menschen – im Grunde doch zuallererst mit mir!

Die Geschichte von Jona, ist eine Geschichte von Gottes unendlicher Liebe zu seinen Menschen, nicht nur zu seinem eigenen Volk Israel, sondern sogar auch zu dessen Feinden. Ninive war die Hauptstadt der Assyrer, eines geschichtlichen Erzfeindes Israels. Die Botschaft des Jonabuches, dass Gott diese Stadt durch Jona retten wollte, die muss ungeheuerlich gewesen sein für manche Kreise damals in der jüdischen Gemeinde.

Aber es strahlt da eine Weite des Denkens über Gott zu uns herüber, die auch uns heute weiterbringen kann, in unserem Denken über das Miteinander von Christen und Nichtchristen zum Beispiel. Wir Christen haben Gott nicht gepachtet. Er ist der Schöpfer und Herr aller Menschen, gleich welcher Hautfarbe oder Religion sie sind. Er ist der Herr von Juden, Christen und Muslimen, von Buddhisten und Hinduisten, und er ist der Schöpfer und Herr auch all der Menschen, die nicht an ihn glauben. Und ich bin überzeugt, dass er ein friedliches, tolerantes Miteinander von uns haben will. Gott will doch, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, zur Erkenntnis Gottes selbst. Die Geschichte von Jona bringt mich zu dieser Überzeugung. Da sind zuerst die Matrosen auf dem Schiff, mit dem Jona von Jafo nach Tarsis fährt. Die beten im Sturm ein jeder zu seinem Gott. Das setzt voraus, dass sie aus aller Herren Länder stammten und alle zu verschiedenen Göttern ihre Zuflucht nahmen. Und diese Menschen erfahren von Jona, dass sein Gott, derjenige ist, der den Himmel und die Erde und das tobende Meer geschaffen hat und dem ein einziger Mensch so wichtig ist, dass er seinetwegen einen gewaltigen Sturm schickt, um denselben zur Einsicht zu bewegen. Zu welcher Einsicht denn? Gott sagt dem Jona: Schau mal, die Menschen in Ninive werden zugrunde gehen, wenn keiner bereit ist, ihnen zu sagen, dass sie Fehler machen, die Unfrieden und Elend bringen. Einer muss seinen Mund auftun und das Unrecht beim Namen nennen. Jona hat zunächst gedacht, die Leute von Ninive könnten ihm egal sein, das sei nicht sein Problem und außerdem hatte er Angst, sie könnten ihn töten. Gott bringt Jona schonend bei, erstens, dass er ihn schützen könne und zweitens, dass ihm seinerseits das Ergehen der Menschen von Ninive ganz und gar nicht egal sei.

Viele Menschen heute meinen, Gott interessiere sich nicht für seine Menschheit. Es sei ihm piepegal, was mit unserem kleinen Leben und mit der großen Weltgeschichte werde. Ja, er schaue einfach weg und deshalb brauche man sich auch für Gott gar nicht mehr interessieren, weil er keine Wirklichkeit sei, die für uns Bedeutung habe. Das Jonabuch erzählt anders von Gott und bekennt ihn als den EINEN, der sich leidenschaftlich für jeden Menschen interessiert. Und zwar gleichgültig, welche Religion dieser Mensch hat oder woher er kommt. Die Matrosen aus aller Herren Länder glauben nach dem Sturm ALLE an den Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, genauso wie der Jona. Gott schafft den Glauben in ihnen durch sein widerstrebendes Werkzeug, den Jona. Noch in seiner Verweigerung dem Auftrag Gottes gegenüber, finden ganz fremde Menschen zum Glauben an den Gott Israels.

Genauso geht es mit den Leuten von Ninive. Die hatten wahrhaftig mit dem Gott Israels nichts am Hut. Die gingen ohne Frömmigkeit durchs Leben. Denen fehlte nach ihrer Meinung nichts, bis Jona kam, der gar nicht predigen wollte und ihnen sagte: Ihr Leute, Gott findet euer Leben so schlimm, dass er nicht länger zuschauen will. 40 Tage habt ihr noch Zeit, um etwas zu ändern. Das wundersame ist, die Leute von Ninive hörten Jona zu und gaben ihm Recht. Sie ließen sich auf Gott ansprechen, den Gott, der jeden Menschen geschaffen hat, weswegen auch jeder Mensch eine Antenne für Gott hat. Tief in uns drinnen gibt es so etwas wie eine Hauskapelle. Da will Gott bei uns einziehen, wenn wir ihn reinlassen.

Genau das taten die Leute von Ninive. Der Jona hätte ihnen das wahrscheinlich gar nicht zugetraut. Aber Gott schon. Und Gott brauchte den Jona, der mit seinen Füßen dort hinlief und mit seiner Stimme Gottes Botschaft sprach.

Gott will sie nicht verloren gehen lassen, die Leute von Ninive, die taten, was ihnen gefiel und nicht nach Gott fragten. Gott dreht es den Magen um bei dem Gedanken, sein Gericht über sie vollziehen zu müssen. Und sein Rettungsakt gelingt. Menschen, die nichts von ihm wussten und hielten, hören sein Wort, kehren um und fangen an zu glauben.

So ein Jona ist Gold wert für Gott. Manchmal denke ich, wir, von der Kirche, bleiben schön unter uns und trauen uns auch nicht so recht nach Ninive, mitten unter die Menschen, die von Gott nichts wissen oder halten. Das Pflaster ist uns auch zu heiß. Unter uns, da ist es kuschliger. Aber möglicherweise ruft uns Gott nach Ninive und wir sind schon unterwegs nach Tarsis.

Den Jona hat Gott unermüdlich an seine Aufgabe gerufen. Offensichtlich wollte Gott unbedingt den Jona für die Predigt in Ninive. Und Jona hat es Gott nicht leicht gemacht. Eigentlich wundere ich mich, dass Gott dieses Geduldsspiel mitmacht. Zuerst muss er Jona auf seiner Fahrt nach Tarsis ausbremsen. Und dann, als Jona in seinem Rettungsfisch reif wird für seine Lebensaufgabe und endlich an Land gespuckt werden kann, da geht er zwar predigen, aber er trotzt wie ein dreijähriges Kind, als Gott Ninive dann gnädig ist und es nicht zerstört. Und er benimmt sich wie ein Kleinkind als Gott die Staude vertrocknen lässt. Ein Grund, das Leben wegzuwerfen ist das beides Mal für Jona. Und Gott macht das mit. Er legt Jona nicht übers Knie oder fängt an zu brüllen, wie wir menschlichen Eltern es dann manchmal tun, weil es so gar nicht zum Aushalten ist. Gott bleibt ganz geduldig und versucht, den Jona für sich zu gewinnen. Gott ist auch mit Jona barmherzig und gütig und geduldig über jedes Maß hinaus. Jona ist Gott unendlich wichtig.

Diese Geschichte ist eine Geschichte von der Güte und Barmherzigkeit Gottes mit jedem Menschen. Es ist eine Geschichte,die davon erzählt, wie Gott das Leben jedes einzelnen Menschen leitet und begleitet. Und seht ihr, wie der alte Spruch hier vortrefflich anschaulich gemacht wird? Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr lenkt seinen Schritt. Wäre es nach Jona gegangen, der wäre bei seinen Schafen sitzen geblieben, sein Leben lang. Aber dann hätte er nie erfahren, was für ein gewaltiger Prediger er eigentlich war und wie viel Geduld Gott mit ihm hat. Jona wusste längst nicht alles über Gott und seine Lebensauffassung konnte noch manche Korrekturen vertragen. Man kann das Leben nicht verweigern, ohne Schaden dabei zu nehmen. Besser einmal in der Tiefe gelandet, als niemals auf Höhenflug gewesen zu sein. Besser einmal alles gewagt zu haben, als niemals etwas bewegt zu haben. Jona lässt sich ins Meer werfen, er springt nicht selber. Aber das war schon mal der Beginn von etwas ganz Neuem. Er verbringt drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches. Danach ist er wie neu geboren aus dem Leib des Fisches, bereit zu tun, was er soll.

Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg. Die Matrosen hatten sich ihre Fahrt auch ganz anders vorgestellt. Geschäfte machen sind sie losgefahren. Als Glaubende kommen sie heim. Sie haben kein Geld gemacht, denn die Ladung ist über Bord gegangen. Aber sie haben doch etwas gewonnen, den Glauben an den Gott, der Himmel und Erde gemacht hat! Und die Menschen von Ninive, die wurden einfach nur beschenkt von Gott. Die hatten von Gott nie etwas erwartet, aber er lenkt sie direkt zu ihm hin durch den Jona.

Wenn ich so darüber nachdenke, wie ist das denn mit uns? Wo setzt Gott uns ein und unser Leben und unsere Arbeit, damit er mit uns und auch mit denen, die mit uns leben zu seinem Ziel kommt? Wie oft lässt er uns etwas tun, was andere weiterbringt, ohne dass wir es ahnen? Wie oft lässt er andere etwas tun, was uns weiterbringt? Das wäre sicher spannend, wenn wir Gott dabei zuschauen könnten. Aber viel besser ist es, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass er unseren Weg leitet und lenkt, ohne dass wir das immer sehen und merken, aber doch so, dass wir da ankommen, wo er uns haben will. Der Jona musste dabei durch die Tiefe, durch die Angst. Das Wasser schlug über ihm zusammen. Ja,- auch das mag zu Gottes Wegen mit uns gehören. Wenn wir nur glauben dürfen, dass Gott uns nicht aus seinem Blick und aus seiner Hut verliert. Und das tut er sicher nicht, das bezeugt uns die Geschichte von Jona. Gott kümmert sich um jeden einzelnen von uns. Und wenn es auch in unserem Leben nicht immer so läuft, wie wir das gerne gehabt hätten, dann dürfen wir wissen. Es ist EINER, der lenkt unseren Schritt zum Guten für uns und für andere.

AMEN

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott, unserem Vater und von unserem Herrn, Jesus Christus. Amen

Text: Genesis 22,1-14

 

Liebe Gemeinde,

von der dunklen Seite Gottes erzählt dieser Predigttext. Er erzählt von Gott auf eine Art, wie wir ihn lieber gar nicht kennen lernen möchten. Er erzählt von einem Gott, der Menschen prüft und sie ins Feuer der Anfechtung schickt.

„Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham!“ Und schon an dieser Stelle, beim allerersten Satz der Geschichte sind sich die großen Theologen uneins.

Der christliche Pfarrer Dietrich  Bonhoeffer schreibt: Gott versucht niemand! Der jüdische Theologe Rosenzweig ist entgegengesetzter Meinung und sagt: Gott kann den Menschen nicht nicht versuchen.

Und führe uns  nicht in Versuchung! So beten wir jeden Sonntag mit dem Vater unser. Jesus scheint sehr klar damit zu rechnen, dass Gott Menschen versucht und ihren Glauben unter Belastungsproben stellt.

Doch diese Geschichte von Abraham stellt alles in den Schatten, was die Bibel uns sonst erzählt. Sie jagt uns einen kalten Schauer über den Rücken, und alles in uns schreit : NEIN! NEIN! Das kann Gott doch nicht wollen! So kann Gott doch nicht sein! So kann Gott doch nicht sein, dass er von Abraham eine solche Bluttat verlangt. Ich mag mir das auch gar nicht einmal vorstellen, Hand an das eigene Kind zu legen. Es ist schon schlimm genug, wenn ein Kind ums Leben kommt, wenn es krank wird und sterben muss. Aber es selber töten sollen? Gewiss, auch das gibt es auf Erden, daß Eltern sich an ihren Kindern vergehen, sie quälen, missbrauchen und töten. Aber normalerweise tut das kein Vater und keine Mutter.

Abrahams Sohn, Isaak, ist ein ganz besonderes Kind. An ihm hängt Gottes ganze Verheißung, die er  Abraham gab: Ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und du sollst ein Segen sein! Und Abraham hat seine Heimat dafür verlassen auf Gottes Wort hin, hat endlich diesen einen Sohn bekommen nach vielen Irrwegen , Zweifeln und Tiefen. Nur diesen einen Sohn hat Abraham, aus dem das versprochene Volk werden soll. Und den soll er nun quasi an Gott zurückgeben? Was hat Gott denn davon? Was will er damit erreichen? Will er einen Menschen in blanke Verzweiflung stürzen? Will er das? Kann er das wollen? Muss Gott das denn wissen, ob wir ihm alles, alles lassen könnten, woran wir hängen und was wir lieben. Muss er denn wissen, ob ER selbst uns das Wichtigste ist? Braucht Gott das? Ist das nicht schon mehr als ein Mensch jemals geben kann?

Will Gott tatsächlich, wie manche Ausleger meinen, den Glauben von Abraham auf die Probe stellen und ihn also fragen: Vertraust Du mir so sehr, dass Du mir den Garanten für die Verheißung auch zurückgeben kannst und trotzdem glaubst, dass ich es gut mit Dir mache?

Ich denke an Eltern, deren Kind todkrank ist oder tödlich verunglückt ist. Wie bringt unser Glaube an den liebenden Gott den Tod eines Kindes und die Liebe Gottes zusammen? Das mag schon bitterschwer fallen an vielen, vielen Trauertagen, und vielleicht nie ganz zu überwinden sein. Aber nun stehen wir mit der Geschichte von Abraham an einem Abgrund, dessen Tiefe wir gar nicht ausloten können. Wir haben Mühe mit dieser Geschichte. Und den Kindern erzählen wir sie erst gar nicht. Sie steht auf keinem Lehrplan und in keinem Vorbereitungsheft für den Kindergottesdienst.

In unserer Vorstellung ist Gott der liebe Gott, der uns auf Händen trägt, damit wir unseren Fuß ja nicht an einen Stein stoßen. Wir denken uns Gott als den Gott, der uns alle Zeit behütet und beschützt. Aber – ist das denn so im Leben, dass wir immer behütet und bewahrt bleiben? Manchmal erschrecke ich, wenn die Kinder in der Grundschule von Gott nur zu sagen wissen: Er beschützt uns. Ist das alles, was wir ihnen von Gott erzählen sollten?

Wer von uns wurde denn sein ganzes Leben lang vor allem Bösen und jedem Leid bewahrt? Das Leben hier auf Erden ist kein Paradies, ist kein Zuckerschlecken. Nein, hier wird nicht nur gelebt, hier wird auch krankgeworden, hier wird gelitten, hier wird gestorben, manchmal schnell und unerwartet, manchmal schön langsam und auf Raten und mit der Angst über Jahre, wann der Tod denn dann kommen wird und mit der Hoffnung immer wieder, dass vielleicht doch nicht, und dann kommt er halt doch, der Krebstod, der elendigliche. Und bis dahin der Gang durch die Hölle, immer wieder. Hier auf Erden wird uns oft auch unser Liebstes genommen, die Frau, der Mann, das Kind. Viele von uns können sich in den Abraham hineindenken. Viele wissen, wie das ist, wenn man Angst haben muss vor dem Verlust eines geliebten Menschen, wie es ist, sich auch nur vorstellen zu sollen, ohne ihn zu leben.

Hätte da der Abraham bei diesem grausamen Befehl Gottes nicht laut schreien sollen und sagen: NEIN! DAS MACHE ICH NICHT! NUR ÜBER MEINE LEICHE!

Ich frage mich allen Ernstes, was in Abraham abgelaufen sein mag, dass er solch eine Aufforderung Gottes gehört hat. Dass er die Worte so gehört hat, ist wohl unbestritten, sonst wären sie uns nicht überliefert.

Aber ich frage mich trotzdem:

War das wirklich Gottes Stimme, die Abraham da gehört hat? Und wenn es Gottes Stimme war, genauso wie es dasteht, wie leben wir mit dieser Stimme? Wie halten wir das aus? Wie bestehen wir unsere eigenen Versuchungen?

Sie sind ja auch nicht von Pappe!

Das Herz mag einem stehen bleiben beim Lesen der Abrahamsgeschichte, aber oft nicht weniger in unserer eigenen Wirklichkeit.

Da steht plötzlich die Polizei vor dem Haus, mitten in der Nacht und ein Sohn ist seit zwei Stunden mit dem Auto überfällig. Und da brauchen die schon gar nichts mehr zu sagen. Da bricht in einer Mutter schon die ganze Welt zusammen, denn sie weiß, was jetzt kommt. Ihr Sohn ist tot. Völlig unnötig tot, ums Leben gebracht auf der Straße. Unwiederbringlich verloren.

Aber Gott wollte das nicht. Niemals! Es hat dem Herrn unserem Gott gar nicht gefallen, Gustav.E. Lips aus diesem Leben abzuberufen, denn er war seiner Frau ein zärtlicher Ehemann, seinen Kindern ein guter Vater, seinen Eltern ein geliebter Sohn… so dichtet der Dichterpfarrer Kurt Marti. Nein, Gott war es nicht. Oder doch! Wer ist dafür verantwortlich? Das Leben selbst? Ein blindes Schicksal? Der Zufall? Wer? Einer, der keinen Gott glaubt, wird sagen: Pech gehabt. Das Leben ist eben kein Zuckerschlecken. Ein glaubender Mensch wird das mit seinem Gott ausmachen müssen. Und er wird klagen:

O, Gott, warum hast Du nicht auf ihn aufgepasst? Du hättest doch die Macht gehabt! Du hättest es verhindern können! Warum hast du es denn nur nicht getan!

Und da ist der Mann, der seine Frau verloren hat, einfach so, von jetzt auf nachher. Und das ganze Leben sieht plötzlich anders aus, abgebrochen, halb nur noch und alles zerfließt in Tränen und nichts ist mehr wie es vorher war. Und einer bekommt die Diagnose Krebs. Und in all diesen Fällen, die Menschen in den Ausnahmezustand versetzen, kann es sein, dass sie Gott nicht mehr hören können, dass Gott ihnen schweigt. Da ist kein Licht mehr. Da gibt es keinen Boden mehr. Da ist keine Hilfe. Der Glaube trägt dann oft nicht mehr. Und das Gebet scheint gegen taube Ohren zu rennen. Die Fragen quälen:

Gott macht uns nicht krank, oder? Er ist doch der liebe Gott. Woher die Krankheit? Versuche zu antworten bleiben kläglich: Das ist halt der Lauf der Welt. So spielt die Biologie. Ihr Immunsystem war im entscheidenden Moment nicht stark genug! Die Krebszelle ist ihm entwischt, der Tumor ist gewachsen. Der Tod rückt näher. Gott, wo bist Du jetzt? Kümmert es dich wenigstens? Hast Du Trost für mich? Oder sagst Du zu mir: Bring mir dein Liebstes, dein Leben zum Branddopfer dar in Chemotherapien und in der Bestrahlungskammer. Was denken wir Menschen uns aus, wenn wir im Ausnahmezustand sind?

Gott hat plötzlich ein uns fremdes Gesicht. Es ist, als würde er seiner eigenen Liebe widersprechen, uns fallen lassen und alles von uns nehmen, was uns jemals glücklich gemacht hat.

Ich möchte laut schreien und rufen. NEIN, SO IST GOTT NICHT! Nein, Gott ist nicht so, aber wir erleben ihn so. Das ist leider wahr und die Bibel erzählt uns da keinen Ausrutscher, wenn sie uns diese Geschichte von Abraham erzählt. Sie erzählt davon, dass einer in eine absolute Gottverlassenheit geraten kann, in der ihm das Leben so dunkel wird, dass er es lieber hergeben würde, als weiterzuleben. Menschen erleben Gott in ihrem Leben manchmal so dunkel und feindlich. Und es ist Gottes Gnade, wenn das Dunkel von unserer Seele wieder weggenommen wird.

Das eine meine ich gelernt zu haben in meinem Leben. Wenn mir die Umstände feindlich kommen, ist nicht Gott mein Feind. Jedoch: Seine Zuwendung wird angesichts einer maßlosen Überforderung des Lebens fraglich. Es können Tage kommen, da Gott für unser Gefühl uns eiskalt schweigt und wir mit uns und unserem Leid alleine dastehen. Auch für uns kann Gott in unserem Ausnahmezustand zur unkenntlichen Macht werden. Verlassener kann kein Mensch sein, als dann.

Ich schaue zurück auf Abraham auf dem Berg Morija. Er, der für Gott alles verlassen hat, er besteigt diesen Berg von Gott verlassen. Beinahe wäre dort alles zu Ende gewesen, ein ganzes Leben, Glauben, Lieben und Hoffen. Einzig die tief und fest gespeicherte Erfahrung, dass Gott ihm gut war, die lässt ihn glauben: Gott wird sich ein Schaf ersehen zum Brandopfer!

Im Augenblick glaubt er das selber nicht, aber ganz tief innen doch noch immer. Und so geschieht es. Gott ersieht sich den Widder, der im Gebüsch hängt. Isaak soll leben.

Aber gewiss war Abrahams Glaube nach diesem Berggipfel nicht mehr derselbe wie vorher. In den Grundfesten erschüttert, dem Boden näher, vorsichtig mit allen vollmundigen Aussagen, demütig: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Abrahams Glaube ist aus den Kinderschuhen heraus. Ja, ebenbürtiger dem gewaltigen Gegenüber Gott. Ein Gegenüber, das Gott sich so wünscht? Durchs Feuer gegangen, geprüft und gewogen und als schwer genug befunden.

Und wir? Für uns hängt kein Widder im Gebüsch oder doch? Doch, da hängt er am Kreuz, der Christus. Für uns, damit wir wüssten: Nicht Du gehst Gott verloren und er nicht Dir! Christus gibt sich verloren, damit Deine Verlorenheit im Ernstfall geborgen ist in Gottes Händen. Da hängt er, der EINE, um dessen willen wir alle hier sitzen und an Gott festhalten und nicht sagen: Es gibt keinen Gott. Um dessen willen wir alles ertragen , und der uns durch alles trägt, selbst wenn wir es dann einmal auch nicht mehr spüren können. Gott ersieht sich ein Schaf, das unsere weglosen Dunkelheiten mit uns durchschreitet, das unsere Verzweiflung aushalten kann mit seiner Liebe und uns der Liebe Gottes gewiss macht. CHRISTUS hat die gnadenlose Gottesfinsternis für uns durchschritten. Wir müssen nicht alleine durch, auch wenn wir für unser Gefühl mutterseelenalleine durchgehen.

Abraham nennt diesen Gipfel später: Der Herr sieht!

Ja, Gott sieht uns auch dann an, wenn wir nichts mehr von ihm sehen. Unter seinen Augen geschieht alles, was geschieht. Manchmal wünschte ich mir dann, er gäbe mir ein Zeichen oder ein kleines Trostwort. Aber er zeigt mir immer nur das Kreuz. Das ist genug. Sieh und geh und tue, was nötig und geboten ist!

Du brauchst kein anderes Zeichen und kein anderes Wort.

 

AMEN

Sonntag, 20 Februar 2011 00:00

Predigt am 20.02.2011 zu Lukas 17, 7-10

Gnade sei mit Euch und friede, von Gott, unserem Vater und von unserem Herrn Jesus Christus.

AMEN

Text: Lukas 17,7-10

Liebe Gemeinde,

gefällt Euch diese Geschichte, die Jesus da erzählt? Auf den ersten Blick ist sie eigentlich nur ärgerlich, es sei denn, Du bist in der Position des Herrn. Der ist natürlich fein raus! Der kann zu seinem Sklaven sagen, wenn er todmüde vom Feld heimkommt, so, jetzt richte mir noch mein Vesper her. Danach kriegst Du auch etwas zu essen und zu trinken.

Jesus weiß, dass er mit einem einvernehmlichen Kopfnicken seiner Zuhörer damals rechnen konnte. Sowohl die Herren, als auch die Sklaven wussten: Ja, so ticken wir alle, so ist unser Alltag, unsere Welt. Und auch das entspricht unserem Alltag, dass kein Herr je auf die Idee käme, seinem Knecht für die erbrachte Dienstleistung zu danken, denn schließlich hat der Knecht ja nur seine Pflicht getan.

Führungskultur wäre das heute nicht gerade. Es gehört zum guten Stil eines Chefs, dass er seinen Leuten danke sagt, auch wenn sie nur ihre Pflicht getan haben. Und ich erinnere mich noch gut, wie schmerzhaft es war, als mir vor Jahren in einem Gremium gesagt wurde: Dass wir dich ärgern, ist ja nicht so schlimm, du wirst ja für deine Arbeit hier bezahlt. Trotzdem bin ich bis heute der Meinung, dass das kein guter menschlicher Umgang war, der die Beziehungen untereinander aufgebaut hätte.

Nun glaube ich nicht, dass Jesus uns hier eine Lektion in Personalführung erteilen wollte. Ein Gleichnis ist immer eine Geschichte, die davon erzählt, wie es zugeht, wenn Gott im Leben der Menschen mit im Spiel ist. Manchmal erzählt Jesus in den Gleichnissen auch von seiner eigenen Aufgabe auf Erden an den Menschen, wie in seiner Geschichte von dem einen verlorenen Schaf, für das der gute Hirte 99 andere allein lässt, um das eine zu suchen. Manchmal regt er uns an, unser Handeln an Gottes Handeln auszurichten, wie in der Geschichte vom barmherzigen Samariter, der einen Verletzten von der Straße aufliest und in eine Herberge bringt. Hier in unserem Gleichnis vom Knechtslohn, wie es in der Bibel betitelt ist, erzählt Jesus davon, wie es zugeht, wenn Menschen ihr Leben im Glauben an Gott leben. In diesem Gleichnis geht es um unsere Gottesbeziehung, um unseren Glauben. Das ist ganz spannend, wenn wir nun ein wenig schauen, was Lukas kurz vor diesem Gleichnis erzählt.

Jesus gibt seinen Jüngern nämlich kurz zuvor die Weisung: „Wenn dein Bruder siebenmal am Tag an dir sündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt.“ Es reut mich! , so sollst du ihm vergeben.“ Die Jünger fühlten sich von diesem Ansinnen Jesu schlicht überfordert und baten in ihrer Not: Herr, stärke uns den Glauben! Das kann doch kein Mensch aus eigener Kraft! Das ist ja völlig verrückt und ganz und gar unmöglich. Daraufhin sagte Jesus: Wenn euer Glaube nur so klein wie ein Senfkorn ist, könnt ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und verpflanze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.

Jesus stellt ganz klar: Wenn es um den Glauben geht, dann gibt es kein mehr oder weniger. Man misst den Glauben nicht mit dem Meterstab oder mit dem Messbecher. Es gibt hier kein mehr oder weniger, nur ein Entweder – Oder. Dennoch hat nicht jeder Christ dasselbe Maß des Glaubens zugeteilt bekommen, davon ist zum Beispiel der Apostel Paulus überzeugt, der uns schreibt: Keiner soll höher von sich denken, als es sich gebührt, sondern jeder soll maßvoll von sich denken, so wie Gott jedem das Maß des Glaubens zugeteilt hat. (Römer 12,3) Paulus meint mit dem Maß des Glaubens die verschiedenen Gaben, die Gottes Geist einem jeden Christen verleiht. Nicht jeder hat dieselben Fähigkeiten. Nicht jeder von uns kann dasselbe in der Gemeinde tun. Einer kann gut trösten. Der andere kann gut fröhlich machen. Einer ist musikalisch begabt und erfreut viele damit. Ein anderer kann Gottes Wort gut lehren und predigen.

Aber trotzdem: Glaube ist Glaube bei denen, die viele Begabungen haben und bei denen, die vielleicht nur eine haben. Es gibt nur ein ENTWEDER – ODER im Glauben. In der Schriftlesung haben wir heute gehört, dass Menschen verschieden lange in ihrem Leben Gott dienen. Die einen sind schon als Kinder dabei, die andern kommen in der Lebensmitte erst zum Glauben oder kurz vor dem Lebensende, so wie die Arbeiter im Weinberg über einen ganzen Tag verteilt zu den unterschiedlichsten Zeiten mit der Arbeit für den Herrn begonnen haben. Aber alle erhalten am Ende dasselbe: Gottes ganze Zuwendung, alle den einen gleichen Schatz. Das stellt Jesus eindeutig fest. Es gibt nur eine Beziehung zu Gott haben - oder keine haben. Es gibt nur: Entweder – oder, aber nichts dazwischen. Das Gleichnis vom Knechtslohn ist Jesu Antwort auf die erschrockene Bitte seiner Jünger um mehr Glauben, damit sie die siebenmalige Vergebung an einem Tag schaffen. Jesus zeigt ihnen, dass der Glaube entweder da ist oder nicht. Aber wenn er da ist, dann hat er niemals das Bedürfnis, für Gott eine Leistung zu erbringen aus Pflichtgefühl oder aus Angst, das Heil zu verfehlen. Jesus sagt mit seinem Gleichnis: Seht, so geht es zu zwischen Gott und seinen Leuten! Etwa so wie bei Euch heute zwischen Knecht und Herr. Der Knecht denkt auch nicht, ich will mich lieb Kind machen bei meinem Herrn, mit dem was er tut. Er tut einfach nur das, was ganz normal ist. Er tut das Selbstverständliche.

Dafür gibt es keinen Bonus und keinen Extralohn. Auch keinen Dank erwartet der Knecht, denn er tut das Übliche.

Jesus ist offensichtlich der Überzeugung, dass es ganz normal ist, sooft es nötig wird an einem Tag, dem Bruder auch zu vergeben, weil wir ja auch von Gott so viel Vergebung empfangen.

Für den, der glaubt, ist es das Selbstverständlichste von der Welt, dass er aus Gottes Geist handelt. Das findet er gar nicht besonders ungewöhnlich, das läuft dann einfach wie selbstverständlich so. Genauso wie dieser Knecht im Gleichnis das auch ganz selbstverständlich findet, dass er seinem Herrn nach der Feldarbeit noch das Abendessen richtet. Der denkt sich da gar nichts dabei und erwartet auch keinen Dank dafür. Das läuft ihm gerade so von der Hand.

An dieser Stelle überträgt Jesus seine Geschichte auf unser Verhältnis zu Gott und spricht uns direkt an mit den Worten: So auch ihr! Also auf Neudeutsch: So läuft das zwischen Gott und euch Glaubenden! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sagt: Wir sind unnütze, unwürdige, armselige Knechte. Wir haben nur getan, was wir zu tun schuldig waren!

Ich erschrecke ehrlich gesagt vor der Wucht dieser Sätze! Wenn wir alles getan haben, was in der Bergpredigt gesagt ist: Also, wenn wir in unserem Leben barmherzig waren, auf jegliche Gewalt verzichtet haben, die Feinde geliebt haben, dem anderen so und sooft vergeben haben, wenn wir den Frieden gebaut haben und die Menschen geliebt haben, die uns anvertraut waren, dann sollen wir sagen: Wir sind armselige Knechte! Wisst ihr, wenn wir einmal auf dem Sterbebett liegen werden, dann werden wir viel eher bekennen müssen, dass wir nicht genug geliebt und nicht genug vergeben haben, dass wir nicht immer den Frieden gebaut haben, geschweige denn unsere Feinde geliebt haben werden. Wo wir es aber getan haben werden, da wird es nur Gott alleine wissen. Wir werden nackt und bloß vor Gott stehen. Wir werden ihm gar nichts mitbringen können, womit wir uns ehrenhaft umkleiden könnten, womit wir punkten könnten. Martin Luther starb mit den Worten: “Wir sind Bettler, das ist wahr!“ Wir werden Gott gar nichts mitbringen. Alles, was wir haben, das ist seine Gnade, durch die er uns den Glauben immer neu schenkt, der in diesem Leben in allen Nöten auf ihn vertraut und an ihm festhält. Alles, was uns durch dieses Leben trägt und hält, das sind nicht unsere Leistungen, auch nicht das, wofür andere uns loben, sondern es ist Gottes Liebe zu uns, mit der er uns erträgt, denn sicherlich sind wir - im Bild gesprochen - oft Knechte, die in der Ecke sitzen und nichts mehr tun oder auch nichts mehr tun können, weil uns die Kraft ausgeht ab und an.

Einer hat gesagt, wenn man dieses Gleichnis Jesus liest, muss man daraus den Schluss ziehen, Kirche sei die Gemeinschaft der Nichtsnutze und der Armseligen, ja der Armseligen vor Gott. Ich sage es jetzt mit der Bergpredigt so: Kirche ist die Gemeinschaft derer, die wissen, dass sie von sich nichts, von Gott aber alles zu erwarten haben. Luther hat das einst mit den“ Geistlich Armen“ übersetzt. Die fragen nicht nach Dank oder Lohn für ihr Leben, ein Marin Luther käme nicht auf die Idee, ein Franz von Asissi nicht und auch eine Mutter Teresa nicht, denn ihr Lohn ist es gewesen, mit Gott leben zu dürfen. Die Gnade Gottes mit uns, dass er uns haben will, obwohl wir so sind, wie wir sind, das ist genug im Leben und im Sterben. Dass Gott uns haben will und uns liebt, das ist alles, was wir brauchen in Zeit und Ewigkeit. Gott selber zündet in uns die Liebe zu ihm an. Dazu können wir nichts tun, außer darum zu beten. Und wenn seine Liebe in uns brennt, dann geht es uns wie dem Knecht im Gleichnis, dann fragen wir nicht nach Lohn oder Dank. Wir versuchen dann umgekehrt, mit unserem Leben Gott zu danken. Das geht aber in aller Stille so ab, dass die linke Hand nicht weiß, was die Rechte tut, selbstverständlich eben. Wir haben einen Herrn, der uns dazu befähigt, ihm ganz selbstverständlich zu dienen, weil es um gegenseitige Liebe geht. Dieser Herr hat für uns sein Leben hergegeben. Er kann es gar nicht böse mit uns meinen. Er hat viel mehr für uns getan, als wir je für ihn tun können. Und er wird noch viel mehr für uns tun als wir je verdient haben können, denn er kündigt uns an: „Selig sind die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgürten und wird sie zu Tisch bitten und kommen und sie bedienen!“ (Lukas 12,37)

Christus möchte von uns haben, dass wir ihn von ganzem Herzen erwarten und wollen und dass wir unsere ganze Hoffnung auf ihn richten. Wenn er uns dergestalt „wach“ findet, dann lädt er uns in seiner Ewigkeit zu Tisch. Das ist meine Hoffnung, dass wir alle dort einen Platz finden, wo die Tränen abgewischt werden und all die Mühsal von uns abfällt und all die hier unlösbaren Fragen von uns abfallen und gar nicht mehr wichtig sind und all das Verdorbene in Ordnung kommt und der Christus sieht, warum wir so und nicht anders handeln konnten und wollten. Dass er alle Ängste stillt und uns mit uns selbst versöhnt.

Ich will gerne bekennen, dass ich nur ein armseliger Knecht bin, ich könnte ja nicht mehr sein vor ihm. Denn gerade mit den Armseligen, die wissen, dass sie ohne ihn nichts tun können, baut der Christus sein Reich. Wir Christen brauchen nicht nach Dank und Anerkennung hungern oder nach Lohn. Unser Lohn ist es, in Gottes Gegenwart leben zu dürfen. Und selbst wenn es uns nicht gelingen sollte, einem Menschen siebenmal am Tag zu vergeben, obwohl das der vollkommen Liebe Gottes wohl entspräche, selbst dann ist da doch noch ein Weg für ein erneutes Ankommen in Gottes Liebe. Es gibt viele mögliche Gründe, warum wir nicht vergeben konnten. Jesus sagt uns das mit dem siebenmal Vergeben nicht, um uns ein schweres neues Gebot auf den Rücken zu packen, sondern um uns frei zu machen. Ihr wisst ja selbst wie viel seelische Energie gebunden wird, wenn wir mit jemandem Krach haben. Den Krach loslassen können, ihn offen und ehrlich ansprechen und sagen, was man selber vom Konfliktpartner erwartet, kann so viel bewirken und zur Lösung helfen. Das erspart manches Magengeschwür und etliche Falten auf der Stirn .Wenn ich eins gelernt habe von Jesus, dann dies, dass er kein Zwingherr ist, sondern einer, der Fesseln sprengen will. Klar, wollen wir ab und zu unseren Groll pflegen und nicht vergeben. Wir haben ja auch Angst, dass der andere genau den gleichen Mist wieder mit uns anstellt, wenn wir zu weich sind. Die Liebe hat keine Angst vor offenen Worten, auch nicht vor Abweisung. Denn wir stehen fest durch den Christus, der uns ohne Aufhören liebt und zu uns steht. Wir können uns die Güte leisten und die Freiheit eines Christenmenschen gewinnen. Luther sagt: Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan! Und umgekehrt gilt: Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und jedermann untertan. Er wird als freier Herr dem andern ein Christus!

Er wird ihm so gut, wie Christus gut zu ihm ist Tag für Tag. Das ist das Geheimnis des Glaubens, der durch die Liebe tätig wird, ganz selbstverständlich wie der Knecht im Gleichnis Jesu. Ihr wisst so gut wie ich, dass es dabei auch Rückschläge gibt. Neulich sagte mir eine Mitchristin: Ich möchte jetzt niemandem mehr Gutes tun! Sie hatte die Erfahrung machen müssen, dass ihre Hilfe falsch gedeutet wurde.

Solch eine Erfahrung tut weh. Aber ich bin sicher, sie wird es gar nicht lassen können, doch wieder zu helfen, wo sie Not erkennt, weil sie gar nicht anders kann, aus Christi Liebe heraus.

Der Christus treibt die, die ihm vertrauen. Auch Enttäuschungen entmachtet er. Er ist unsere Kraft.

AMEN

Freitag, 24 Dezember 2010 00:00

Predigt an Heilig Abend 2010

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott, unserem Vater und von unserem Herrn, Jesus Christus! Amen

Text: Johannes 3,16

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben!

 

Liebe Gemeinde,

es ist etwas Besonderes um die Heilige Nacht. Sie ist anders als all die anderen Nächte. Wir erwarten mehr. Wir erhoffen mehr. Wir ersehnen mehr. Und wenn uns diese Nacht leer lässt, dann ist das schlimmer als bloß ein verdorbener Abend.

Was erwarten wir?

Was erhoffen wir?

Was ersehnen wir?

Dass es im Leben mehr als ALLES geben muss. Mehr als eine neue Armbanduhr oder eine schicke neue Krawatte, mehr als ein teures, edles Kleidungsstück oder das Perlencollier, das der Ehemann aus Liebe schenkt oder vielleicht auch, weil Weihnachten ist? Mehr als das Festessen und den Weihnachtsbaum. Noch mehr? Ist das nicht alles schon schön genug? Kann uns das nicht schon dankbar machen, dass wir das alles haben können? Dazu eine warme Stube und ein Bett und Menschen um uns, die mit uns das Leben teilen. Was also noch? Dass wir ein Krippenspiel spielen zu Weihnachten, das verrät, was wir erwarten, erhoffen, ersehnen! Unsere Kinder schlüpfen gleichsam in das Leben der Menschen damals hinein. Und so können sie erleben, wie die sich damals gefühlt haben, als Jesus geboren wurde. Sie schlüpfen hinein in die Freude der Hirten und Engel und in die notvolle Situation von Maria und Josef, die so wunderbare Worte hören in jener Nacht, die so gar nicht passen wollen zu dem, was sie gerade auf Erden erleben: abgewiesen werden an vielen Türen, als Fremde und arme Leute. Aber gerade da werden sie von Gott wahrgenommen, ernst genommen, durchgetragen. Die Kinder schlüpfen in diese Rollen und erleben mit, wie sich das anfühlt. Und wir Erwachsenen? Für uns heißt Weihnachten auch jedes Jahr wieder, sich zu erinnern an die glücklichen Weihnachtsfeste, die fest verzeichnet sind in unserem Langzeitgedächtnis, an bewegende Begegnungen mit Menschen, die vielleicht schon nicht mehr sind und die uns heute besonders fehlen oder an Geschenke, die zu Herzen gingen, weil der Geber uns ganz erfasst hat und das, was uns freut.

Die Heilige Nacht,  - wir wünschen uns jedes Mal, dass sie uns verwandelte, uns neu machte, so dass wir uns wie neu geboren fühlten. Wir erwarten viel von dieser Nacht, wir erhoffen viel. Wir wollten gerne in der Geschichte drinnen sein, als ein Hirte, der beglückt ist von der Botschaft, als ein Engel, der Gott sein Lob singt über die Geburt des Heilandes. Ja, einen Heiland, den könnten wir schon brauchen, einen der all das, womit wir nicht zu Rande kommen in seine Hände nähme. Die Jahre, die hinter uns liegen, die sind nicht nur eitel Freude und Sonnenschein gewesen, Da ist auch viel verdorbenes Leben, aus Ungeduld verdorben, aus Unwissenheit verdorben, aus Neid und Unzufriedenheit missglückt oder einfach nur, weil Menschen sich mit den Jahren auseinandergelebt haben, ganz leise und fast unbemerkt. Und dann sitzen wir jetzt vielleicht alleine hier, wo wir sonst noch zu zweit waren. O ja, einen Heiland könnte  wir gut brauchen, einen, der heil macht, was weh tut. Wir würden ihm gerne begegnen, so wie der Erzvater Jakob im Alten Testament, der auf der Flucht vor seinem Bruder Esau, dem er die Zukunft gestohlen hatte, sich mitten in der Steinwüste niederlegte, als die Sonne untergegangen war. Und in der Nacht träumte ihm von einer Leiter, die in den Himmel ragte und die Engel Gottes stiegen darauf auf und nieder, und er hörte Gottes Stimme, die ihm Zuversicht gab und Hoffnung für den weiten Weg, der noch vor ihm lag. Was er sich eingebrockt hatte, das musste er bitter auslöffeln, aber über allem, und sei es noch so hart gewesen, lag doch der Segen Gottes. So anders als Jakob sind wir nicht. Das Jahr, das hinter uns liegt, war auch nicht ganz in Ordnung und wie sich unser Leben in Zukunft gestalten wird, kann niemand von uns sagen. Und heute Abend hoffen auch wir, dass wir solch eine Leiter in den Himmel sehen dürfen und sich auch für uns Himmel und Erde berühren heute Nacht! Ein Engel aus Holz, aus Papier oder Goldpapier, der tut es eigentlich nicht. Ein richtiger, echter Engel müsste das sein, genauso einer, der den Hirten die gute Botschaft brachte: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige Euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr! Und es genügt uns auch nicht, dass wir wie unsere Kinder in die Kleider von Hirten und Engeln schlüpfen. Es muss tiefer gehen, es muss ins Herz hinein und dann ganz hinunter, damit diese Nacht uns verwandeln kann für den weiten Weg, der vor uns liegt.

Himmel und Erde berühren sich in dieser Nacht, da das Christuskind geboren wird. Es ist eine gewaltige Nacht, denn da fängt Gott an, alles neu zu machen, und die alte Erde zu verwandeln, zuallererst aber die, die seine Botschaft hören, damals die Hirten und heute uns, wer wieß! Ganz zaghaft und leise und behutsam kommt sein Wort zu uns: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab! Das ist freilich kein harmloses Wort! Darin steckt unser ganzer Jammer, Schmerzen, Schuld und Tränen und nicht zuletzt das Leiden zum Tode, das wir alle fürchten. Manch einer sitzt hier, der die Krankheit zum Tode schon in sich trägt. Wir spielen heute Abend  nicht heile Welt. Auch heute Nacht wird in vielen Familien der Haussegen schief hängen, werden Menschen voneinander enttäuscht sein und werden Tränen vergossen werden. Aber doch wird uns gesagt: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen  einzigen Sohn für sie hergab. Und nicht einfach  nur so harmlos. Der starb für uns am Kreuz.

Einfach lässt sich die Welt nicht verwandeln, nicht harmlos und billig nicht. Gott musste aufs Ganze gehen bis in den Tod, um unsere Herzen zu erreichen. Und das Unfassbare berichtet der Evangelist Johannes. Vielen ging es gar nicht einmal zu Herzen. Sie sahen darüber hinweg, damals und heute womöglich auch. Und wir, - wir sind nicht hier her gekommen, damit nichts geschähe, sondern weil wir unser Herz von Gott erobern lassen wollen, damit etwas geschieht mit uns. Was soll uns denn geschehen? Wir möchten das fassen können, ganz tief in unsere Herzen, dass uns einer sagt:

Du bist geliebt, geliebt und nicht verloren! In all der Mühsal, in der du stehst, in allen Nächten, in allen Dunkelheiten, die über dich kommen: Du bist geliebt! Und dieses Leben -  so schaurig und schön zugleich,-  es ist keine Irrfahrt, sondern ein Heimweg zu dem Gott, der für uns Mensch geworden ist in seinem Christuskind. Möchte uns diese Botschaft verwandeln zu der gewissen Zuversicht, dass wir angesehen werden von Gott, dass er uns beim Namen kennt und durchträgt durch die Nächte, die noch kommen werden, und dass wir nicht, niemals, -  aus seinen Händen herausfallen können.  Möchte das Christuskind euch alle in dieser Nacht zu Menschen verwandeln, die von dieser Zuversicht getragen werden.

AMEN

Freitag, 29 Oktober 2010 20:30

Predigt am 24.10.2010

Epheser 6,10-17

(nach: das lebendige Buch)

Für euch alle gilt: Werdet stark durch den Glauben an Christus und im Vertrauen auf seine Macht! Greift zu den Waffen Gottes, damit ihr alle heimtückischen Anschläge des Teufels abwehren könnt!

Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese finstere Welt herrschen und unsichtbar ihr unheilvolles Wesen treiben.

Darum zieht die Waffen Gottes an! Nur gut gerüstet könnt ihr den Mächten des Bösen widerstehen, wenn es zum Kampf kommt.

So steht nun fest!

Die Wahrheit Gottes ist euer Gürtel und seine Gerechtigkeit eure Rüstung! Die Bereitschaft, überall zu verkündigen, dass Gott Frieden mit uns geschlossen hat, die tragt als Stiefel an euren Füßen!

Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr die feurigen Pfeile des Teufels auslöschen könnt.

Die Gewissheit, dass Jesus Christus euch gerettet hat, ist euer Helm, der euch schützt.

Und nehmt das Wort Gottes! Es ist das Schwert, das euch der Heilige Geist gibt.

Ihr fragt, wie ihr zu diesen Waffen kommt?

Hört nie auf, zu bitten und zu beten!

Gottes Heiliger Geist wird euch dabei leiten. Bleibt wach und bereit! Bittet Gott mit Ausdauer für alle Christen in der Welt.

Betet auch für mich, damit Gott mir zur rechten Zeit das rechte Wort gibt und ich überall das Evangelium von Jesus Christus frei und offen verkündigen kann. Auch hier im Gefängnis will ich das tun. Betet darum, dass ich auch in Zukunft diese Aufgabe mit Freude erfülle, so wie Gott sie mir aufgetragen hat.

 

Liebe Gemeinde,

die theologische Forschung ist uneins darüber, ob der Epheserbrief tatsächlich von Paulus oder nicht doch von einem seiner Schüler stamme. Mir selbst leuchtet es unmittelbar ein, dass hier der Apostel aus dem Gefängnis an seine Gemeinde in Ephesus schreibt, um sie zu stärken. Und er selber braucht auch Stärkung. Darum bittet er die Mitchristen in Ephesus darum, für ihn zu beten.

Warum ist es nötig, dass Christen füreinander beten?

Alle Christen stehen in einem täglichen Kampf, schreibt Paulus. Und er meint nicht den Kampf um das tägliche Brot, den Kleinkrieg in der Kindererziehung, die Reibereien, die einer in seiner Ehe bewältigt oder die Überbelastung durch Arbeit. Er meint nicht die alltägliche Last und Mühe des menschlichen Lebens, die Mühe, die das ist, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen und die alltäglichen Probleme zu lösen. Paulus meint einen anderen Kampf, und der ist nicht zum Spaßen. Er beschreibt diesen Kampf so:

„Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese finstere Welt herrschen und unsichtbar ihr unheilvolles Wesen treiben.“

Ich weiß nicht, was euch jetzt so einfällt. Ich finde diesen Satz fast ein wenig gruselig, so wie in der Geisterbahn vielleicht, oder wie an Halloween, wo Menschen sich an bösen Fratzen erfreuen und am Dunklen, am Nervenkitzel des Grausigen Befriedigung eines Bedürfnisses suchen, das das Leben über den Alltag hinaushebt. Aber Geisterbahn und Halloween wäre vielleicht eher noch harmlos gegen das wovon der Apostel spricht. Paulus rechnet tatsächlich mit den Mächten des Bösen, deren Ziel es ist, einen Menschen, der an Jesus Christus glaubt, von Christus wegzulocken, so dass er den Glauben und das Heil verliert. Jesus hat auch mit diesen Mächten gerechnet. Beim Abendmahl mit den Jüngern, am Abend vor seiner Kreuzigung sagt er zu Simon Petrus im Lukasevangelium 22,31:“ Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, dass er euch sieben darf, wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört.“ Der Satan hat es auf die abgesehen, die sich um das Reich Gottes mühen und die Gott dazu berufen hat. Auch Jesus selber kannte die Erfahrung des Bösen am eigenen Leib.

Nach seiner Taufe geht Jesus in die Wüste um zu beten und mit Gott allein zu sein. Und gerade dort, wo Jesus ganz bei Gott ist und Gottes Herrlichkeit in ihm und um ihn ist, da kommt der Durcheinanderwerfer, der Satan und nützt den Hunger Jesu aus, den er nach 40-tägigem Fasten verspürt. Er drängt sich zwischen Jesus und seinen Vater und säuselt ach so fromm: Wenn Du Gottes Sohn bist, dann ist es für dich ein Leichtes aus den Steinen der Wüste Brot zu schaffen! Wie teuflisch dieser Vorschlag ist, merkt gar nicht jeder auf Anhieb! Aber Jesus merkt es! Muss Jesus dem Satan wirklich beweisen, dass er Gottes Sohn ist? Wenn er sich dazu entschließt, ist er sich da nicht ganz sicher! Doch für Jesus gibt es daran keinen Zweifel: Gott steht hinter ihm, ganz und gar. Das will Jesus nicht in Frage stellen, auch nicht, was in den 40 Wüstentagen zwischen ihm und dem Vater geredet wurde. Gottes Zusagen in Zweifel zu ziehen oder darstellen zu müssen, was ihm bei seiner Taufe zugesprochen wurde: Du bist mein lieber Sohn! das machte sich schlecht für den Sohn Gottes! Jedoch der Satan sucht listig eine undichte Stelle im Gottvertrauen Jesu, um ihn und den ganzen Heilsplan Gottes zu zerstören. Aber Jesus durchschaut den Satan und antwortet fest: „ Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund geht!“ Mit dem Schwert des Wortes Gottes hat Jesus den Satan abgewehrt.

Mit uns ganz normalen Menschen hat der Satan leichteres Spiel. Ich stelle mir die Christen in Ehpesus vor. Sie mussten in einer ihnen nicht wohlgesonnenen Umwelt leben und arbeiten. Sie waren weder bei den Nachbarn noch bei den staatlichen Stellen gern gesehen und gelitten. Verleumdung, Konfiszierung des Eigentums, Überfälle oder gar Verhaftungen waren keine Seltenheit. Da kann sich einer schon mit der Zeit überlegen, ob er noch zu Jesus Christus gehören will, oder ob es nicht viel einfacher ist, wie alle andern ein Leben ohne Christus zu führen und Gott den Rücken zuzukehren. Eine teuflische Versuchung! Da kämpft einer nicht mehr mit Fleisch und Blut, in gewisser Weise natürlich schon, nämlich mit seinem eigenen Fleisch und Blut, das ohne Angst und Schmerzen leben will. Aber der, der so in die Enge treibt, dass der Glaube in Frage steht, ist nicht aus Fleisch und Blut. Der hat größere Gewalt.

Da ist der Pfarrer, der sein Leben lang im Dienst des Evangeliums stand. Ausgerechnet der stirbt elendiglich an Krebs. Das wird für viele Gemeindeglieder zur Anfechtung. Womit hat er das verdient. Warum tut Gott so etwas?

Oder warum nimmt er die junge, glaubende Mutter fort von ihrem Kind? Für die Menschen, die so etwas erleben müssen, steht der Glaube auf Messers Schneide, kommt alles ins Wanken. Paulus meint. Hier kämpfen wir nicht mit Fleisch und Blut, sondern mit Mächtigerem, mit den Gewalten des Bösen.

Hiob im Alten Testament fällt mir ein, den der Satan prüfen darf mit dem Verlust all seiner Kinder und der eigenen, ekligen Krankheit.

Auch Hiob kämpft nach dem Zeugnis der Bibel nicht mit Fleisch und Blut, sondern mit der Arglist des Satans, der denen an die Haut will, die sich treu zu Gott halten. Es ist, als könne er das nicht haben, dass Gott gelobt und geliebt wird. Darum will er die Lobenden und Liebenden zerstören.

Oder ganz am Anfang der Menschengeschichte mit Gott, als Gott verbot von dem Baum der Erkenntnis zu essen, da kommt die Schlange und lispelt listig der Eva ins Ohr: Sollte Gott wirklich gesagt haben…? Ob es nun eine Schlange ist, oder eine Stimme in uns selber, das Ergebnis ist dasselbe, wenn wir anfangen solchen Stimmen zuzuhören und zu folgen. Sollte Gott wirklich gesagt haben, du sollst nicht ehebrechen? So von hinterm Wald kann Gott doch nicht sein, das macht doch heute fast jede und jeder! Nein, Gott hat wirklich und wahrhaftig gesagt, du sollst nicht ehebrechen. Manchmal stehen wir Christen mit dieser Lebenshaltung allein auf einsamem Posten. Die Ehe ist heilig, nicht von uns her, aber von Gott her. Das gilt! Die Welt kann auch uns anstecken mit der lebensvernichtenden Lässigkeit in Beziehungsfragen, kann uns  unsicher machen, die Wahrheit verwässern, Gottes Wort relativieren und beliebig machen. Aber Paulus ruft uns zu: SO STEHT NUN FEST!

Wir haben  nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit wesentlich stärkeren Mächten. Es gilt zu widerstehen.

Wir hier in Deutschland werden nicht verfolgt oder verleumdet, wie die Christen in Ephesus. Wir werden als Christen höchstens nicht ernst genommen. Uns passiert es vielleicht, dass jemand zu uns sagt: Wie kannst Du nur so denken! Was kümmert dich denn der andere? Der ist doch für sich selbst verantwortlich! Oder: Da wundert sich etwa jemand, wenn wir nicht Gleiches mit Gleichem vergelte und halten uns für blöde, weil wir nicht zurückschlagen. Leben im Geist Jesu, das fällt bereits als ungewöhnlich auf. Sind wir Christen schon ein wenig exotisch für unsere Zeitgenossen? Für manche sicherlich. Unsere Art zu denken und zu fühlen ist ihnen fremd. Manchmal fühle ich mich dann fremd in meiner Umgebung. Und doch wissen wir ja als Christen, dass der Geist Jesu in uns ist und uns nachgewiesenermaßen anders denken lässt als Menschen, die ihn nicht kennen. Es gilt aber, bei Jesus zu bleiben und in seinem Geist unser Leben zu leben.

SO STEHT NUN FEST!

Das aber liegt nicht allein in unserer Macht. Damit es gelingen kann, dem Bösen zu widerstehen, legt Gott uns so etwas wie geistliche Waffen bereit, mit denen wir uns gegen die listigen Anschläge des Bösen wehren können. Paulus zählt da ein ganzes Waffenarsenal auf. Jedoch, solche Waffen tragen Soldaten kaum!

Da ist zunächst ein Gürtel, der heißt: Wahrheit! Damit soll ein Christ sich gürten. Beim Schwur legten sich die Alten die Hand über den Schoß. Dort ist der Ort der Wahrhaftigkeit. Das war so viel gesprochen wie: bei meinem Leben! Ein reines Herz zu haben, ist die beste Waffe gegen den Satan. In einem wirklich reinen Herzen kann er einfach mit gar nichts landen. Solch ein reines Herz schenkt der Heilige Geist. Da gehen Menschen sicheren Trittes an den tiefsten Abgründen vorbei und fallen nicht hinein. Gott legt uns einen Brustpanzer hin, der Gerechtigkeit heißt. Ein Christ weiß, selbst wenn mich mein eigenes Gewissen verklagt, dass ich ein Sünder bin und Dunkles mein Leben schuldig spricht, so ist doch Christus größer als mein Herz und hüllt mich ein in seine Gerechtigkeit. Die darf ich allem Bösen entgegenhalten und laut schreien: Ich gehöre Christus! Ich bin sein! Ich bin  nicht des Bösen. Ich bin frei. - Das ist eines Christen Kriegsgeschrei. Jesus Christus ist mein Herr und sonst nichts und niemand. Und er ist mächtiger als alle Mächte und Gewalten. Sie müssen ihm untertan sein. Christus ist mächtiger als alle Stimmen, die uns zum Hassen verführen wollen, oder zur Verzweiflung oder zum Fallenlassen unseres Glaubens.

Da liegt noch so eine Schutzwaffe bereit. Das ist der Helm des Heils. Jeder von uns weiß, dass Christus uns erlöst und zu Gott hin gerettet hat. In diese Gewissheit tauchen wir ein, wenn uns Not bedrängt und Zweifel aufkeimt. Ganz fest ziehen wir diesen Helm über. Da sind Kopfhörer drin, die uns zusprechen: Dein Gott lässt dich nicht fallen!

Und dann liegt da noch ein Schwert für den Nahkampf. Jesus hat es in der Wüste dem Satan gegenüber meisterhaft gebraucht! Er hat sich mit dem Wort Gottes gegen Satan gewehrt.

Das Wort Gottes ist der Schatz, der uns immer wieder rettet, aufrichtet, tröstet, leitet und zurechtbringt. Man kann sich daran festhalten, man kann sich damit wehren. Man kann es sich in schlaflosen Nächten selber vorsagen bis der Friede einkehrt. Man kann sich an solch ein Gotteswort klammern wie ein Ertrinkender: Der Herr ist mein Licht und  mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?

SO STEHT NUN FEST! Werdet stark im Herrn! An den Waffen muss man sich üben, auch im echten Militärdienst, damit sie wirksam eingesetzt werden können. Der Heilige Geist lehrt die Christen, die Waffenrüstung, die Gott uns bereitlegt, recht zu brauchen. Am allermeisten aber das Gebet, das Berge versetzt und Wirklichkeit verändert und Hilfe schafft, wo alles verloren scheint.

Wir feiern heute das Abendmahl Jesu. Das schenkt er uns, damit wir stark werden in ihm. Er schenkt uns Kraft von seiner Kraft, damit wir den Glauben durchhalten und die Hoffnung und die Liebe bis er kommt. Nicht müde werden, sondern wach bleiben und alles von ihm erwarten, alles! An die Philipper schreibt Paulus: Der, der in euch das gute Werk angefangen hat, der wird es auch vollenden bis zum Tag Jesu Christi.

Daran lasst uns festhalten. Der Christus, der nun der Herr ist über alle Mächte und Gewalten, der wird uns ans Ziel bringen.

AMEN

Sonntag, 04 Juli 2010 13:00

Predigt am 04. Juli 2010

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott, unserem Vater und von unserem Herrn, Jesus Christus! AMEN

 

Text: 1. Kor. 1,18-25

Liebe Gemeinde,

das Wort vom Kreuz ist eine Dummheit für die Welt, aber für uns Christen ist es Gottes Kraft und Weisheit! Was ist das Wort vom Kreuz? Christen glauben, dass Jesus von Nazareth, der Sohn Gottes, uns so sehr liebt, dass er sein Leben für uns hergegeben hat, um uns die Liebe Gottes begreiflich zu machen. Es war kein schöner Anblick. Er wurde ans Kreuz genagelt an Händen und Füßen. Das war damals die größte Schande, die man einem Menschen antun konnte. Ganz langsam starben die so Verurteilten. Und Jesus hat dabei noch für seine Peiniger um Vergebung gebetet und gesagt: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. So erfüllte er sein eigenes Wort: Liebet eure Feinde! Kinder aus nichtchristlichen Elternhäusern erschrecken zutiefst, wenn sie zum ersten Mal das Bild des Gekreuzigten sehen. Das hat mir bewusst gemacht, dass wir uns viel zu sehr an den Anblick des gekreuzigten Christus gewöhnt haben. Wir sind mit seinem Bild groß geworden. Aber eigentlich ist dieses Jesuskreuz eine brutale Darstellung unmenschlichster Gewalt, nicht weniger grausam als die Hinrichtungen, die von den Taliban verübt werden. Und  nun soll ein Nichtchrist darin die Liebe Gottes sehen können? Leicht könnte er angewidert wegschauen und sagen: So ein Schwachsinn! Und was soll daran erlösend sein oder gar Liebe , wenn einer gelyncht wird. Aber wir Christen haben gerade darin die Liebe Gottes erkannt und begriffen, dass Gott am Kreuz sich dem Bösen aussetzt, ohnmächtig und schwach wird, wie einer von uns, der zum Opfer wird, und dass er gerade so das Böse entmachtet. Dem menschlichen Verstand ist das ganz und gar unbegreiflich! Wer es  verstehen darf, ist von Gottes Geist erfüllt worden.

 

Der Apostel Paulus hat in seiner jüdisch – griechischen Umwelt die Erfahrung gemacht, dass er mit der Botschaft von Jesus, dem gekreuzigten Sohn Gottes bei den Juden Ärger hervorrief, denn sie waren der Überzeugung, dass Jesus von Nazareth nicht der Sohn Gottes sein könne, gerade weil er gekreuzigt wurde. Steht es doch schwarz auf weiß im Alten Testament, dass ein ans Holz Gehängter von Gott Verflucht ist.

Zum anderen handelte sich Paulus bei griechisch – römisch gebildeten Menschen Spott und Gelächter ein. Für die war ein schwächlicher Gott, der sich ans Kreuz schlagen lässt eine schiere Unmöglichkeit, eine absolute Gestörtheit. Die Götter sind stark und unsterblich und lassen sich gewiss nicht von Sterblichen ans Kreuz schlagen. Wer das behauptet stellt ja die ganze Welt auf den Kopf! Solche schwachen Götter, auf die könnte man genauso gut  verzichten.

Darum schreibt Paulus: Das Wort vom Kreuz ist Torheit denen, die verloren gehen, uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.

Wie stehen wir heute im 21. Jahrhundert zum Kreuz, wir Christen, in unseren kleiner werdenden Gemeinden, mitten in einer multikulturellen Gesellschaft. Auch für die Muslime, deren Glauben 600 Jahre nach der Kreuzigung Jesu entstanden ist, ist die Kreuzigung eines Gottesmannes wie Jesus undenkbar. Darum lehrt der Koran, Jesus sei nicht gekreuzigt worden, sondern Gott habe ihn gerettet. An seiner Stelle sei ein anderer ans Kreuz geschlagen worden .Diese Irrlehre erfand nicht Mohammed. Sie war schon in der frühen Christenheit im Schwange. Die Gnostiker fanden auch schon, dass Gott sich da wohl im Ton der Erlösung vergriffen habe mit dem Kreuz. Die Gnostiker wurden von den Kirchenvätern aus der Kirche ausgewiesen. Das Wort vom Kreuz wurde nicht preisgegeben.

Das Wort vom Kreuz ist Torheit in der Welt wie sie ist, Torheit für den gesunden Menschenverstand. Der Mensch wünscht sich einen Gott, der stark und gesund und herrlich ist. Die Alten unter uns erinnern sich wahrscheinlich gut daran, welche Blüten dieser Wunsch nach einem starken Gott unter Adolf Hitler getrieben hat. Der deutsche Mann ist hart wie Kruppstahl und ein deutscher Junge weint nicht.

Gottesbild und Menschenbild haben viel miteinander zu tun.

Nur was stark und gesund und kräftig ist, hat ein Recht auf Leben, meinte Adolf Hitler. Darum ließ er behinderte Menschen töten und beseitigte was er für rassisch unrein hielt.

Das Wort vom Kreuz war auch den Nationalsozialisten eine Torheit!

Gleichwohl, hat es seit 2000 Jahren viele Reiche überdauert. Das Wort vom Kreuz lebt und ist kräftig und überzeugt immer wieder Menschen, dass sie darin ihre Kraft und ihren Trost und ihren Halt finden, ganz gleich, was andere sagen oder was die Gesellschaft um sie her denkt.

Das Wort vom Kreuz ist Torheit denen, die verloren gehen, uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.

Dass uns der Gekreuzigte eine Quelle der Kraft ist, das haben wir uns nicht selber geben können. Dass wir ihn als unseren Herrn bekennen können, das ist nicht unser Verdienst. Martin Luther formuliert in seiner Erklärung zum Glaubensbekenntnis: Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist hat mich durchs Evangelium berufen und im rechten Glauben geheiligt und erhalten.

Niemand kann sich das Verständnis des Kreuzes selber aufschließen und es aus eigener Kraft verstehen. Wenn das geschieht ist Gott durch seinen Heiligen Geist am Werk. Ich kann Euch die Botschaft vom Kreuz auch nicht logisch erklären oder mit wissenschaftlichen Methoden darstellen, damit ihr sie überzeugend findet. Nein, aber ich kann sie Euch bezeugen, so, wie sie mich getroffen und erreicht hat.

Ich war gerade mal 7 Jahre alt und es war am Karfreitag, als unser Kindergottesdiensthelfer uns die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu erzählt hat. Er schenkte uns ein ganz einfaches Bild mit einer Kreuzdarstellung drauf. Ich weiß noch wie heute, dass ich das Bild ansah und dachte, mein Gott, wie sehr musst Du mich lieb haben, dass Du so etwas für mich tust! Das Kreuz Jesu hat mich nie wieder losgelassen. Für mich ist es das unüberbietbare Zeichen und die nicht zu toppende Tat der Liebe Gottes, in Christus Jesus. Mir war schlagartig klar, so wie es oft nur Kindern klar sein kann: Da ist jemand, der mag Dich total. Der mag dich so, dass er dich niemals fallen lassen wird. Der hat dich praktisch in seine Liebe hineingeborgen mit diesem seinem Tod. Da kannst Du auch gar nie wieder herausfallen.

Ich habe angefangen, mich für diesen Gekreuzigten zu interessieren, wollte alles über ihn wissen, habe dann selbst von ihm erzählt im Kindergottesdienst und später im Studium meine Zulassungsarbeit über die Kreuzestheologie Martin Luthers geschrieben.

Und jetzt bin ich Pfarrerin, um diesen gekreuzigten Christus zu predigen. Und ich werde nicht müde, von unserem gekreuzigten Herrn zu erzählen, dort wo Menschen an ihre Grenzen kommen, wo es ans Sterben geht und ans Abschiednehmen, wo das Leben nur noch am seidenen Faden hängt und nichts mehr hält, was so fest schien und verlässlich. Dort wo mit einem mal das Leben zu zerbrechen scheint, da ist das Wort von dem gekreuzigten und auferstandenen Christus eine Zuflucht und ein Halt, der trägt, noch ganz am Boden. Denn die Beweise verlassen uns, wenn es ernst wird und die brauchen wir dann auch nicht. Und unsere Taten bleiben zurück und all unsere Leistung, wenn es ernst wird und unsere Weisheit auch. Sie kann uns dann nicht helfen.

Aber dieses Wort vom Kreuz hält allem Elend stand. Sieh da, die Hand deines Gottes, der sich nicht zu gut ist, für dich so schwach zu werden, dass er ganz da unten bei dir sein will. So macht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit. Der scheinbar schwache Gott erweist in der Schwachheit seine Kraft, die Kraft seiner Gegenwart. So tröstet er, kniet neben Dir im Dreck und wischt Dir die Tränen ab.

In Ausschwitz, so wird berichtet, habe man einen Jungen zum Tod durch den Strang verurteilt, zur Abschreckung, wie man sagte. Die erwachsenen Männer, fassungslos darüber, fragten ihren Rabbi: Wo ist nun Gott? Und der Rabbi deutete auf den erhängten Knaben und sprach: Dort hängt er.

Dort hängt er, Jesus von Nazareth, dort, wo Menschen leiden und zugrunde gehen in nicht mehr erträglichen Lebenssituationen.

Gott hilft uns nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, nicht mit einem Machtwort und nicht so, dass er die Bösewichter einfach am Schlawittchen packt und aus dem Verkehr zieht. Gott hilft uns, indem er mit uns leidet. Darum schreibt Paulus: Genauso hat es Gott gefallen durch die Torheit der Predigt vom Kreuz Jesu Menschen zu retten.

Und das kommt dann wirklich aus heiterem Himmel, dass  Menschen im Wort vom Kreuz ihren Frieden und ihren Trost finden, durch Gottes Güte, dass sie die Hand dieses Gekreuzigten ergreifen und spüren, der hält mich, der ist es, der mich liebt, auch jetzt im Dunkeln.

Und selbst dann noch, wenn wir selber das Gefühl haben, dass wir ganz und gar ins Dunkel abstürzen und dass uns nicht einmal mehr der Christus halten kann, selbst dann noch hält seine Liebe unserem Nicht mehr Wollen und Nicht -  mehr -  Können stand.

Da ist Grund unter dem Abgrund – nicht zu begreifen, nicht zu beweisen, aber dieser Grund trägt.

So stirbt an der Schwachheit Gottes, was uns Sorge macht und Angst, und so steigen von jenem Grund unter dem Abgrund andere, neue Zeichen auf …. nichts Vollkommenes, mit dem man sich rühmen könnte.

Aber Bruchstücke der Hoffnung steigen auf, an die man sich halten kann und die weit hinausweisen über unseren kleinen, armseligen Horizont, wenn es dunkel ist. Im Blitz eines Gedankens die Zuversicht, dass alles gut wird und wir bestehen werden, ein warmer Strom von neuer Kraft, gerade genug, um über den Tag zu kommen.

Da muss einer nicht mehr den starken Mann oder die starke Frau spielen, da muss keiner sich mehr seiner Schwachheiten schämen – mehr noch, da muss keiner mehr seine Schwachheit fürchten. Vor Gottes großer Schwachheit in dem Tode Jesu Christi bleiben unsere kleinen Schwachheiten zurück.

Uns so wird in aller Stille unser Glaube an den gekreuzigten Christus der Sieg, der die Welt überwindet. Nicht ohne Angst, nicht ohne Bangen, auch nicht tränenlos, aber beharrlich, Stück für Stück. So ist uns, die wir Christus kennen, der Anblick seines Kreuzes ein starker Trost, das Bild seiner Angst und Not unser eigenes Bild, wie oft! Aber in diesem Bild das Vertrauen darauf, dass er uns hält, gerade so.

Das Wasser der Taufe und Brot und Wein von seinem Tisch sagen uns immer wieder: Wir gehören dem gekreuzigten und auferstandenen Christus. Er sorgt für uns.

 

Amen.

Liebe Festgemeinde, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,

wir haben einen intensiven, gemeinsamen Weg hinter uns – Euer Konfirmandenjahr! Nun habt ihr alles gelernt, was einer braucht, um für sich selbst verantwortlich Christ zu sein. Eure Eltern, Paten und Religionslehrer, die Menschen in der Kirchengemeinde, zuletzt der Konfirmandenunterricht haben den Grund gelegt, auf dem ihr weiterbauen könnt. Wir hoffen dass ihr dranbleiben werdet an der guten Sache Jesu Christi, am Weg des Friedens und der Liebe. Heute wollen wir Euch zu diesem guten Weg stärken und Euch als junge Christinnen und Christen ins Leben hinaus schicken, einen jeden und eine jede auf ihren eigenen Lebensweg.

Freitag, 05 Februar 2010 20:26

Unsere Pfarrer

Unsere Pfarrer 1955 - 2006


Am 15.Mai 1955 trat der erste eigene Pfarrer der Evangelischen in Albbruck, Pfarrer Werner Litzelmann, sein Amt an, nachdem Albbruck aufgrund der steigenden Zahl der Evangelischen am 10.05.1955 zum Pfarrvikariat erklärt worden war , damals schon mit der Maßgabe, bald schon eine eigene Pfarrei zu werden, wenn der Zuzug anhielte. 1956 war es dann auch soweit. Hier sollen unsere bisherigen Pfarrer kurz porträtiert werden.

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