Predigten

    Heidrun Moser
geschrieben von On 04. Mai 2014 In Predigten 0 Comment

Predigt zur Konfirmation am 04. Mai 2014

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott, unserem Vater und von unserem Herrn, Jesus Christus! Amen

 

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde,

 

„Herr, ich möchte gerne ein Christ sein!“ So hat es uns der Chor gerade vorgesungen. Herr, ich möchte gerne ein Christ sein, - das ist heute Euer Bekenntnis, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden. Und es ist in unserer Gesellschaft nicht mehr unbestritten, dass das gut und richtig ist. Wenn ihr heute Ja dazu sagt, den Weg Jesu gehen zu wollen, dann tanzt ihr gewissermaßen schon aus der Reihe und seid in manchem anders als die große Mehrheit.

Ich will meinen Lebensweg mit Gott gehen! Wer das sagt, so offen und so klar, der muss sich fragen lassen, warum er denn Gott brauche und ob ihm das Leben , so wie es sich bietet, mit allem Konsum und Party und Genuss nicht reicht, auch ohne Gott. Was antworten wir, liebe Gemeinde, wenn uns einer so fragt: Warum braucht man Gott?

 

Warum brauchst Du ihn? Warum lässt Du Dich heute konfirmieren und also zum Glauben an Gott stärken?

Wir brauchen Gott nicht so, wie man ein Auto braucht oder eine Badewanne oder ein Küchenmesser. Gott ist kein Gebrauchsgegenstand, den man hin und wieder benutzt. Gott ist vielmehr, das Wasser, ohne das kein Mensch leben kann. Gott ist in gleichem Sinne lebensnotwendig für den Menschen. Ohne Gott kein Leben, das sich wirklich Leben nennen darf. Und im Grunde hat jeder Mensch Sehnsucht danach, dass sein Leben einen tiefen Sinn und ein Ziel hat. Uns Menschen kann man nicht abspeisen mit Konsum und Wirtschaftswachstum. Wir brauchen mehr zum Leben. Und wir können alle nicht tagtäglich die Strahlemänner und Strahlefrauen sein, die in der Werbung über den Bildschirm flitzen, und uns vorgaukeln, das wäre das wirkliche Leben. Nein, eben nicht, sondern da gibt es eben auch die Tage, wo gar nichts klappen will, wo wir krank sind und traurig und untröstlich zuweilen. Menschen kennen nicht nur das allgegenwärtige Glück und sind nicht mit Konsum zu trösten. Menschen brauchen mehr! Warum brauchst Du Gott? Eben aus dem Grund, weil Menschen mehr brauchen! Ich  brauche Gott, weil ich ein Mensch bin, der auf Gott hin geschaffen ist und erst dann zur Ruhe kommen kann, wenn er Gott wirklich gefunden hat! So erklärt es uns der Kirchenvater Augustinus. Als junger Mann war er ein Lebemann allererster Güte und hat sein Leben eben im Konsum und auf Party gesucht. Doch vergeblich! Und dann hat er Jesus entdeckt! Danach wusste er, was Leben wirklich ist. Und wenn wir ihn heute noch fragen könnten: Warum brauchst Du Gott? Dann würde er vielleicht sagen: Ich brauche Gott, weil ich ihn liebe, denn ich weiß jetzt, dass er mich schon immer geliebt hat, und ich habe es lange nicht gemerkt! Und dabei stellt Gott uns doch ein großes Licht direkt vor die Nase, damit uns ein Licht aufgehen kann, was seine Liebe betrifft! Jesus Christus, seinen Sohn! Der sagt nämlich von sich:

Ich bin das Licht der Welt! Wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis bleiben, sondern wird das Licht des Lebens haben!

Jesus, ein Licht für uns, und für alle Menschen!

Er verspricht uns, dass er vor uns hergeht wie ein Freund, der in der Nacht ein Licht vor uns herträgt, damit wir den richtigen Weg finden und ihn nicht verlieren. In seinem Licht können wir unseren eigenen Weg finden und das Ziel ins Auge fassen. Wisst ihr, jede und jeder von euch hat von Gott seine Begabungen bekommen und die Fähigkeiten, mit denen er oder sie sein Leben gestalten darf. Nun kann man seine Fähigkeiten verschieden einsetzen, man kann Schönes erreichen, man kann seine Gaben auch brach liegen lassen, man kann sie möglicherweise gar nicht erst entdecken. Aber das wäre schade! Ihr seid jetzt auf dem Weg zu euch selber und zu eurem eigenen Leben, so wie ihr es einmal leben wollt! Ihr stellt jetzt die Weichen. Jesus sagt Euch: Seht, ich bin euch ein Licht auf diesem Weg. In meinem Licht werdet ihr den richtigen Weg für Euch finden. Und ER geht mit euch, das hat er fest versprochen, als ihr getauft wurdet: Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt! -, hat er gesagt. Und in seinem Licht dürft ihr euren Weg gehen. Sichere Schritte könnt ihr da tun, denn auf eurem Weg liegt der Glanz Jesu, auch dann noch, wenn ihr einmal durchs dunkle Tal gehen werdet. Und das bleibt in keinem Menschenleben aus. Manche von Euch haben schon ihre Sorgen, die sie tragen müssen. Bekanntschaft mit den Schattenseiten des Lebens haben sie schon gemacht. Aber auch auf den schwierigen und holprigen Wegen, auf denen wir Angst ausstehen müssen, gehen wir mit der Rückendeckung Jesu. Ganz eindrücklich sind mir als Kind die alten Schlafzimmerbilder gewesen, die damals noch fast in jedem guten schwäbischen Haushalt hingen. Da sah man eine Brücke über einen reißenden Fluss. Manche Bretter in der Brücke fehlten schon. Zwei Kinder mussten die Brücke des Nachts überqueren. Hinter ihnen ging ein leuchtender Schutzengel und behütete sie, damit sie nicht in das reißende Wasser stürzten. Diese Bilder mögen kitschig gewesen sein, aber sie erzählten doch etwas vom Glauben der Alten, die sich darauf verlassen haben, dass das Licht Gottes wenigstens hinter ihnen leuchtete und sie bewahrte, wenn es von vorne dunkel wurde und unwegsam im Leben. Und der Glanz des Lichtes aus dem Rücken, beschien doch den Weg nach vorne durch das Dunkel.

Ich bin das Licht der Welt, sagt Jesus. Und ich lasse euch niemals allein, nicht in guten und nicht an bösen Tagen. So ein Licht, das wärmt und hilft uns gegen die Angst, und es spiegelt sich auf unserem Gesicht wieder! Ja, ganz ehrlich! Jesusleute leuchten! Sie haben Feuer gefangen an Jesus. Sein Licht ist nämlich ansteckend. Seine Liebe geht uns ins Herz und macht uns zu liebevollen Menschen. Und so macht Jesus uns selbst zu Lichtern in der Welt, zu Menschen, die es hell machen für andere, dort wo es dunkel ist. Ein gutes Wort für einen, der traurig ist, ein Besuch bei einem Kranken, ein Wort, das Frieden stiftet, wo beinah Streit entbrannt wäre, ein Wort der Versöhnung, das heilt, eine helfende Hand, die tut, was nötig ist, ein Gebet für jemanden in Not, all das geschieht, wo Menschen Jesus Christus nachgehen und seinem Licht folgen.

„Ihr seid das Licht der Welt!“ , sagt uns Jesus. Darum habt ihr zu Beginn des Konfirmandenjahres alle ein Öllämpchen als Steckbrief bekommen. Das dürft ihr nachher mitnehmen! Ihr seid das Licht der Welt! An euch soll die Welt Gottes Freundlichkeit sehen. Gott sagt uns heute: Ihr dürft Lichter in der Welt sein! Stellt also euer Licht nicht unter einen Scheffel. Behaltet nicht für euch selbst die Kraft zum Liebhaben,  und den Mut zu hoffen, auch gegen allen Augenschein manchmal. Behaltet eure Zeit nicht für euch, spielt nicht nur mit dem Handy, redet lieber persönlich mit anderen. Das schafft Beziehungen, die tragen! Verschenkt an andere, was sie nötig haben von eurer Kraft und von eurem Licht. Vergesst nicht, eine Kerze, die man unter eine Schüssel stellt, geht aus! Da hat niemand was davon!

Gott traut euch zu, dass ihr Lichter seid in unserer Welt, dass ihr also anderen beisteht. Für diesen Weg der Liebe verspricht er euch: Ihr werdet im Licht gehen und nicht im Dunkeln tappen. Ihr werdet das Leben haben und auf diesem Weg Sinn und Ziel finden. Gott wird euch nicht verlassen, selbst wenn ihr das mal so empfinden solltet. Haltet daran fest, er hat euch das Licht versprochen. Er wird es euch auch geben. Der Gott, dem ihr euch heute anvertraut, der meint es ehrlich mit euch. Der macht euch keine leeren Versprechungen, der gibt euch wirklich das Leben, selbst noch im Tod. Das ist sein großes und ehrliches Angebot, und ich wünsche euch, dass ihr es immer neu ergreift. Von seinem Licht werden eure guten und eure schweren Tage umschlossen sein. In diesem Licht werden euer Lachen und euer Weinen gesegnet sein!

AMEN

Gelesen 3617 mal Letzte Änderung am Montag, 05 Mai 2014 17:31
  Heidrun Moser

Heidrun Moser ist Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl.

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